Mysterium aus Licht und Schatten. Making of: Blaue Kugel mit Blitz

In diesem Tutorial werde ich euch erklären, wie aus nur zwei Fotos eine mystische Collage mit ungewöhnlicher Beleuchtung gestaltet werden kann. Es ist oft gar nicht nötig, viele Einzelkomponenten zu benutzen, um eine spektakuläre Bildgestaltung zu kreieren; vielmehr zählt dabei der gekonnte Einsatz von Licht und Schatten sowie die richtige Mischung der Farben. Bei dieser Collage habe ich mir einen „Seitensprung“ erlaubt und das Plug-In Alien Skin von Xenofex zum Gestalten des Blitzes eingesetzt. Wenn ihr dieses Plug-In nicht habt, könnt ihr es als Testversion von der Webseite des Herstellers herunterladen. Wenn ihr mit Einstellungsebenen und Ebenenfüllmethoden vertraut seid, wird diese Collage für euch ein leichtes, angenehmes Spiel. Vom Schwierigkeitsgrad kann man die benutzten Techniken im mittleren Bereich ansiedeln. Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei der Gestaltung der Collage „Die blaue Kugel“.

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Hier sind die Schritte zum Nachbau dieser Collage

Schritt 1

Für die Gestaltung der Collage wurden zwei Bilder ausgewählt. Das erste Bild mit einer Kolonnade wird als Grundlage verwendet und als „Mysterium“ wird die freigestellte Kugel eingesetzt. Zuerst wird das Bild mit der Kolonnade von der Beleuchtung und von den Farben her angepasst und dann kommen wir zur Freistellung der Kugel.

 

Schritt 2

Das Bild mit der Kolonnade wird zuerst mit Hilfe einer Einstellungsebene Tonwertkorrektur leicht angepasst: Die Stimmung des Bildes soll etwas düsterer werden, damit die Strahlen, die Sie später mit maskierten Einstellungsebenen erzeugen, effektvoller in Szene gesetzt werden können. Wählen Sie die Einstellungsebene Tonwertkorrektur in der Korrekturenpalette aus und positionieren Sie die Regler so wie auf dem Screenshot.

 

Schritt 3

Die Farbstimmung des Bildes können Sie leicht „aufwärmen“ – benutzen Sie dazu eine weitere Einstellungsebene aus der Korrekturenpalette, diesmal die Farbbalance. Verstärken Sie im Dialog Farbbalance die Werte für Rot und Gelb im Bereich Mitteltöne.

 

Schritt 4

Nachdem Sie mit der Anpassung der allgemeinen Licht- und Farbsituation im Bild fertig sind, können Sie mit der „Konstruktion“ der Strahlen beginnen. Erstellen Sie in der Ebenenpalette eine weitere Einstellungsebene Tonwertkorrektur, wo Sie das Bild stark aufhellen. Bewegen Sie den mittleren Regler im Bereich Tonwertspreizung nach links und den schwarzen Regler im Bereich Tonwertumfang nach links, so wie das auf dem Screenshot angezeigt ist.

 

Schritt 5

Wie Sie bestimmt schon vermuten, wird die Beleuchtung des Bildes nicht so bleiben. Die starke Aufhellung wird jetzt entsprechend maskiert, um einen künstlichen Lichtstrahl zu generieren. Wählen Sie das Verlaufswerkzeug mit den Optionen: Linearer Verlauf, Vordergrundfarbe Schwarz, Verlaufsart Vordergrund-Transparent. Vergrößern Sie das Bild und machen Sie bei gedrückter Umschalt-Taste einen 45°-Verlauf, wie das mit dem Pfeil auf dem Beispielbild gezeigt ist. Je kürzer der Verlauf, umso schärfer wird die Kante des Strahls.

 

Schritt 6

Da Sie die Option Vordergrund-Transparent für den Verlauf benutzen, können Sie mehrere Maskierungsverläufe erstellen, ohne dass diese sich gegenseitig aufheben. Erstellen Sie einen weiteren Verlauf von links nach rechts, sodass die Säule im rechten Teil des Bildes wieder abgedunkelt wird.

 

Schritt 7

Damit der Strahl unten abgeschwächt wird – das sieht einfach realistischer aus – ziehen Sie einen weiteren Verlauf bei gedrückter Umschalt-Taste diagonal von links unten nach rechts oben. Die gedrückte Umschalt-Taste erlaubt Ihnen, die 45°-Verläufe zu erzeugen. Somit ist der erste Lichtstrahl fertig und Sie können jetzt noch zwei Lichtstrahlen kreieren.

 

Schritt 8

Duplizieren Sie die maskierte Einstellungsebene Tonwertkorrektur; die erstellte Kopie brauchen Sie zum Gestalten des weiteren Lichtstrahls. Die Einstellungsebene duplizieren können Sie am einfachsten mit der Tastenkombination Strg+J.

 

Schritt 9

Die Kopie der Einstellungsebene hat die gleiche Maskierung wie bei dem ersten Lichtstrahl; das soll geändert werden. Zuerst wird die Maske der Einstellungsebene gelöscht. Definieren Sie mit der Taste D als Vordergrundfarbe Schwarz und Hintergrundfarbe Weiß. Falls die Farben in umgekehrter Reihenfolge erscheinen, können Sie den Wechsel mit der Taste X machen. Füllen Sie die Maske der Einstellungsebene mit weißer Farbe – mit der Tastenkombination Strg+Löschtaste.

 

Schritt 10

Erstellen Sie jetzt den 45°-Verlauf, wie das in Schritt 5 beschrieben wurde, setzen Sie den Verlauf aber tiefer ein, ungefähr so, wie das auf dem Screenshot zu sehen ist.

 

Schritt 11

Maskieren Sie die Einstellungsebene mit drei weiteren Verläufen so, wie das in den Schritten 6 und 7 erklärt wurde, und machen Sie noch einen zusätzlichen Verlauf von links unten nach rechts oben, sodass die Bildfläche rechts unten vor der Säule abgedunkelt wird. Der zweite Lichtstrahl ist somit auch fertig.

 

Schritt 12

Erstellen Sie eine Kopie von der Einstellungsebene mit dem zweiten Strahl. Diese wird Ihnen als Vorlage für den dritten Strahl dienen.

 

Schritt 13

Füllen Sie die Einstellungsebene für den dritten Strahl zuerst mit weißer Farbe und erzeugen Sie dann die Verläufe, wie das mit den Pfeilen auf dem Screenshot gezeigt ist. Im Grunde sind das die gleichen Schritte wie beim Erstellen der ersten zwei Verläufe, nur die Kante des Strahls wird diesmal noch tiefer angesetzt.

 

Schritt 14

Einige Ecken des Bildes brauchen eine zusätzliche Abdunklung. Erzeugen Sie dazu in der Ebenenpalette eine weitere Einstellungsebene Tonwertkorrektur. Diese Einstellungsebene soll das Bild vorerst komplett abdunkeln. Bewegen Sie den mittleren und den linken Regler im Bereich Tonwertspreizung nach rechts; das Bild wird deutlich dunkler. Um Kontraste zu reduzieren, bewegen Sie den rechten Regler im Bereich Tonwertumfang nach links.

 

Schritt 15

Jetzt soll die Maske mit dem Verlaufswerkzeug bearbeitet werden, aber in diesem Fall ist es einfacher, eine umgekehrte Maskierung durchzuführen. Definieren Sie als Vordergrundfarbe Weiß und Hintergrundfarbe Schwarz. Mit der Tastenkombination Strg+Löschtaste füllen Sie jetzt die Maske der Einstellungsebene mit schwarzer Farbe – die Wirkung der Einstellungsebene wird vorerst aufgehoben.

 

Schritt 16

Erzeugen Sie auf der Maske zwei Verläufe, wie das mit den Pfeilen auf dem Screenshot gezeigt ist. Die Option ist diesmal Vordergrundfarbe (Weiß) zu Transparent. Damit erreichen Sie, dass die Wirkung der Einstellungsebene Tonwertkorrektur in den unteren und oberen linken Ecken des Bildes wiederhergestellt wird. Die Ecken werden dunkler.

 

Schritt 17

Jetzt kommt eine Technik zum Einsatz, die bereits alte Maler verwendet haben. Ein Teil des Bildes wird eine wärmere Farbtönung bekommen, der andere eine kältere. In unserem Beispiel wird das Bild unten rechts wärmer und oben links kälter wirken. Erstellen Sie eine Einstellungsebene Farbbalance und verstärken Sie die Bereiche Rot und Gelb, sodass das Bild einen gelblichen Farbstich bekommt.

 

Schritt 18

Wählen Sie das Verlaufswerkzeug und maskieren Sie den oberen linken Teil des Bildes. Ziehen Sie bei gedrückter Umschalt-Taste (45°-Verlauf) den Verlauf aus der oberen linken Ecke bis ungefähr zur Bildmitte.

 

Schritt 19

Die linke obere Hälfte des Bildes soll jetzt auch mit einer Einstellungsebene umgefärbt werden; diese soll die gewählten Bereiche in blaue Farbe tauchen. Da Sie die Maske für die Umfärbung in gelbrot schon fertig haben, können Sie diese auch für die andere Umfärbung nutzen. Gehen Sie so vor: Duplizieren Sie die Ebene mit der gelben Einfärbung (Strg+J).

 

Schritt 20

Kehren Sie die Maske der Ebenenkopie mit dem Tastenbefehl Strg+I um und ändern Sie die Position der Regler in der Einstellungsebene Farbbalance. Verstärken Sie die Bereiche Blau und Cyan bei den Mitteltönen. Die Werte für Cyan und Blau können Sie so wählen wie auf dem Screenshot.

 

Schritt 21

Eine interessante Möglichkeit, die Kontraste eines Bildes effektvoll anzuheben, verbirgt sich ein einer gekonnten Anwendung der Einstellungsebene Farbbalance mit geänderter Ebenenfüllmethode. Erstellen Sie in der Ebenenpalette eine Einstellungsebene Farbbalance und verstärken Sie die Bereiche Rot und Gelb. Ändern Sie die Ebenenfüllmethode auf Weiches Licht. Das Bild wird in Farbe und Kontrast verändert, erscheint aber vorerst zu dunkel.

 

Schritt 22

Wenn Sie die Deckkraft der Einstellungsebene auf ca. 20% setzen, ist die Wirkung der Einstellungsebene sehr angenehm. Die Farben werden etwas intensiver und die Kontraste, besonders in den feinen Strukturen, werden angehoben. Die Vorbereitung der Kulisse für die Bildkomposition ist somit abgeschlossen.

 

Schritt 23

Beginnen Sie mit der Freistellung der Kugel. Die Freistellung gelingt Ihnen am effektivsten mit dem Zeichenstift-Werkzeug, mit dem Sie zuerst den Pfad erstellen und diesen Pfad dann in eine Auswahl umwandeln. Bei Benutzung des Zeichenstift-Werkzeugs sind folgende Optionen von Bedeutung: Pfade, Pfadbereich erweitern, Gummiband. Erstellen Sie den Pfad bei einer Vergrößerung von 300% – so arbeiten Sie sehr genau.

 

Schritt 24

Wenn der Pfad fertig ist, klicken Sie mit der rechten Maustaste in den Pfadbereich und wählen Sie die Option Auswahl erstellen. Im Dialog Auswahl erstellen, im Bereich Rendern, definieren Sie eine weiche Auswahlkante. Bei Fotos mit normaler Schärfe ist ein Radius von 0,5 bis 1 Pixel sinnvoll. Mit Strg+J erstellen Sie eine neue Ebene, auf der die Kugel als freigestelltes Objekt landet.

 

Schritt 25

Mit dem Verschieben-Werkzeug ziehen Sie die Ebene mit der freigestellten Kugel in die Gestaltungsoberfläche, die Sie vorher vorbereitet haben. Mit Strg+T aktivieren Sie den Transformationsrahmen. Die Größe der Kugel können Sie bei gedrückter Umschalt-Taste (damit die Proportionen erhalten bleiben) durch Ziehen an einem der Eck-Anfasser verändern. Die Kugel soll ungefähr so groß werden wie auf dem Beispielbild.

 

Schritt 26

Da das Bild „Die blaue Kugel“ heißt, soll die Farbe der Kugel geändert werden. Verwenden Sie dazu eine Einstellungsebene Farbbalance mit aktivierter Schnittmaske, damit die Wirkung der Einstellungsebene nur auf die Ebene mit der Kugel begrenzt wird. Verstärken Sie die Bereiche Blau und Cyan, so wie das auf dem Screenshot gezeigt ist.

 

Schritt 27

Jetzt soll die Kugel auch dreidimensional wirken. Über der Einstellungsebene Farbbalance erstellen Sie eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur, mit der Sie die Kugel zuerst stark abdunkeln. Die Position der Regler sehen Sie auf dem Screenshot.

 

Schritt 28

Wählen Sie jetzt das Pinsel-Werkzeug mit einer weichen runden Pinselspitze in einer Größe von ca. 250 Pixel und malen Sie auf der Maske der Einstellungsebene dort, wo die Wirkung der Einstellungsebene auf der Kugel außer Kraft gesetzt werden soll. Es soll der Eindruck entstehen, dass die Kugel dreidimensional wird.

 

Schritt 29

In Moment sieht die Kugel noch ziemlich unspektakulär aus, aber das können Sie schnell ändern. Die Kugel soll jetzt eine Reihe von blau schimmernden Leuchtdioden bekommen, die ihren mysteriösen Charakter unterstreichen. Beginnen Sie mit einer Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit einer Schnittmaske und hellen Sie die Kugel stark auf.

 

Schritt 30

Füllen Sie die Maske der Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit schwarzer Farbe und wählen Sie das Pinsel-Werkzeug. Wählen Sie für das Pinsel-Werkzeug eine kleine Pinselspitze, mit der Sie mit weißer Farbe einige Bereiche auf der Maske der Einstellungsebene so bemalen, dass kleine Streifen entlang eines der Ringe entstehen.

 

Schritt 31

Wenn Sie fertig sind, soll so ein Ring aus „Leuchtdioden“ entstanden sein.

 

Schritt 32

Um die dreidimensionale Wirkung der Kugel noch ein bisschen zu unterstreichen, können Sie die obere Hälfte der Kugel noch ein bisschen aufhellen. Das machen Sie mit einer weiteren maskierten Einstellungsebene Tonwertkorrektur. Erstellen Sie zuerst eine kreisförmige Auswahl, wie das auf dem Screenshot gezeigt ist. Nehmen Sie dazu das Auswahlellipse-Werkzeug.

 

Schritt 33

Erstellen Sie jetzt eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit Schnittmaske, mit der Sie den ausgewählten kreisförmigen Bereich der Kugel stark aufhellen.

 

Schritt 34

Die Maske kann jetzt mit dem Filter Gaußscher Weichzeichner bearbeitet werden. Wählen Sie Filter>Weichzeichnungsfilter>Gaußscher Weichzeichner und machen Sie aus dem Kreis mit den scharfen Kanten einen Lichtreflex – das gelingt Ihnen bei einem Radius von ca. 20-25 Pixel.

 

Schritt 35

Jetzt soll auch der Eindruck entstehen, dass die Kugel über dem Boden schwebt. Dabei wird Ihnen ein künstlich generierter Schatten helfen. Erstellen Sie mit dem Auswahlellipse-Werkzeug eine Auswahl, die ungefähr die Größe der Kugel hat und elliptisch ist.

 

Schritt 36

Wählen Sie in der Korrekturenpalette die Einstellungsebene Tonwertkorrektur und dunkeln Sie den ausgewählten Bereich ab. Bewegen Sie den mittleren und linken Regler im Bereich Tonwertspreizung nach rechts und den rechten Regler im Bereich Tonwertumfang nach links, wie das auf dem Screenshot gezeigt ist.

 

Schritt 37

Die Form können Sie jetzt mit dem Filter Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von ca. 15-20 Pixel in einen realistisch wirkenden Schatten verwandeln.

 

Schritt 38

Bei Bedarf kann der Schatten noch ein bisschen vergrößert werden. Aktivieren Sie den Transformationsrahmen mit dem Tastenbefehl Strg+T und vergrößern Sie den Schatten, sodass er zu der Kugel optimal passt.

 

Schritt 39

Jetzt kommt der optionale Einsatz des Filters Lightnings aus dem Plug-In AlienSkin aus dem Hause Xenofex. Mit diesem Filter können Sie realistisch wirkende Blitze sehr schnell erzeugen. Erstellen Sie für den Einsatz des Filters eine neue leere Ebene in der Ebenenpalette und wählen Sie dann im Filter Lightnings die passende Konfiguration für den Blitz.

 

Schritt 40

Die Position und Größe des Blitzes können Sie mit Strg+T so anpassen, dass der Eindruck entsteht, der Blitz trifft die Kugel.

 

Schritt 41

Die Deckkraft der Ebene mit dem Blitz können Sie leicht reduzieren; außerdem ist es sinnvoll, den oberen Teil der Ebene mit dem Blitz mit einem Maskierungsverlauf zu bearbeiten, sodass der Blitz im Bild nicht zu dominant wirkt.

 

Und hier ist das fertige Ergebnis. Bei dem fertigen Bild wurden die Ebenen mit den Strahlen in der Deckkraft auf ca. 60% reduziert.

Autor: Pavel Kaplun

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