Das große Kino – Making of: Formula Femme Fatale

Diese Collage ist ein Beispiel für komplizierte Projekte, die nicht auf die Schnelle zu realisieren sind. Solche Composings werden zuerst als eine Skizze angefertigt, danach kommen mehrere Fotosessions, wo fast alle Personen und Details gezielt in der richtigen Position fotografiert werden. Nachdem die Auswahl der Fotos feststeht, kommt auf den Grafiker sehr viel Freistellungsarbeit zu – die Freistellung muss nahezu perfekt sein; bei solchen Produktionen fallen Fehler oder unsauber freigestellte Objekte besonders unangenehm auf.

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Es wird bestimmt nicht einfach sein, diese Collage 1:1 nachzubauen, aber wenn Sie die Freistellungstechnik beherrschen, gut mit Ebenen, Einstellungsebenen und Masken umgehen können, steht Ihnen nichts im Wege. Allerdings ist diese Komposition nicht an einem Abend zu bewältigen. Das Original wurde in mehreren Stunden innerhalb einer Woche produziert. Die Datei beinhaltet über 100 Ebenen und „wiegt“ bei der Größe 30×40 cm und der Auflösung 300 dpi stolze 950 MB. Viel Erfolg!

Schritt 1

Zuerst eine kleine Übersicht der „Darsteller“. Alle Fotos stehen zum Download zur Verfügung, und fast alle sind bereits freigestellt, sodass Sie sich auf die perfekte Komposition konzentrieren können.

 

Schritt 2

Der Schuh kann mithilfe des Magnetischen Lassos oder des Zeichenstift-Werkzeugs freigestellt werden. Verwenden Sie eine weiche Auswahlkante mit einem Radius von ca. 0,5 bis 1 Pixel. Da der Schuh mit einer Blitzanlage ausgeleuchtet wurde, gibt es oben auf der rechten Seite eine Lichtreflexion, die zu der Komposition nicht passt. Diese Reflexion können Sie mit Hilfe des Kopierstempel-Werkzeugs mit den benachbarten Pixeln abdecken.

 

Schritt 3

Auf die Ebene mit dem Schuh können Sie eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit einer Schnittmaske anwenden. Im Dialog Tonwertkorrektur können Sie die Regler so positionieren, wie auf dem Screenshot gezeigt ist, damit der Kontrast der Schuh etwas gedämmt ist; das ist wichtig für die danach folgende Umfärbung in Rot.

 

Schritt 4

Den inneren Bereich des Schuhs und den Absatz können Sie auf der Maske der Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit schwarzer Farbe und dem Pinsel-Werkzeug bearbeiten, damit die Tonwertkorrektur dort nicht wirkt. Die erstellte Maske kann für die nächste Einstellungsebene verwendet werden. Klicken Sie dazu mit gedrückter Strg-Taste auf die Maske der Einstellungsebene – die Maske wird als Auswahl geladen.

 

Schritt 5

Erstellen Sie die nächste Einstellungsebene mit einer SchnittmaskeFarbbalance. Die Maske wird von der Auswahl übernommen. Im Dialog Farbbalance können Sie die Werte für Rot und Gelb in den Bereichen Mitteltöne und Lichter verstärken, um eine signalrote Verfärbung des Schuhs zu bekommen.

 

Schritt 6

Nach der Umfärbung kann es passieren, dass die Maske an einigen Stellen nicht sauber aussieht. Korrigieren Sie die Maske mit dem Pinsel-Werkzeug und einer kleineren Werkzeugspitze.

 

Schritt 7

Wenn der Schuh gut aussieht und die Umfärbung stimmt, können Sie die Ebene mit dem freigestellten Schuh und die dazugehörigen Einstellungsebenen mit gedrückter Strg-Taste anklicken und mit Strg+E auf eine Ebene reduzieren.

 

Schritt 8

Jetzt wird die „Überdachung“ in dem Schuh erstellt. Machen Sie auf der Ebene mit dem Schuh eine Auswahl mit dem Lasso-Werkzeug, so wie das auf dem Screenshot gezeigt ist.

 

Schritt 9

Mit Strg+J legen Sie die Kopie des ausgewählten Bereiches auf eine neue Ebene. Diese können Sie jetzt mit Strg+T gegen den UZS drehen. Bestätigen Sie die Drehung mit der Enter-Taste.

 

Schritt 10

Erstellen Sie auf der Ebene mit der Überdachung eine Ebenenmaske. Maskieren Sie die Ebene mit den Werkzeugen Pinsel und Verlauf so, dass die Überdachung an den Schuh angepasst ist.

 

Schritt 11

Damit die Überdachung realistischer aussieht, ist es sinnvoll, einige Bereiche der Ebene (besonders an der Grenze zu dem kompletten Schuh) mit dem Nachbelichter-Werkzeug zu bearbeiten – sie also abzudunkeln. Verwenden Sie dazu eine große weiche Werkzeugspitze und eine nicht zu hohe Deckkraft, höchstens 50%.

 

Schritt 12

Öffnen Sie das Bild mit dem Rad und stellen Sie das Rad frei. Sie können natürlich auch selbst ein Rad fotografieren, falls Sie etwas interessantere Felgen benötigen. Die Freistellung kann entweder mit dem Auswahlellipse-Werkzeug oder mit dem Zeichenstift-Werkzeug gemacht werden. Verschieben Sie das freigestellte Rad in die Arbeitsfläche mit dem Schuh, aktivieren Sie mit Strg+T den Transformationsrahmen und passen Sie die Größe des Rades an den Absatz an.

 

Schritt 13

Duplizieren Sie die Ebene mit dem Rad und verschieben sie die Kopie in der Ebenenpalette nach unten, sodass diese sich hinter der Ebene mit dem Schuh befindet. Positionieren Sie die Kopie des Rades so, dass die beiden Räder perspektivisch korrekt wirken. Den Reifen des hinteren Rades können Sie mit dem Nachbelichter-Werkzeug bearbeiten, um den Schatten zu simulieren.

 

Schritt 14

Öffnen Sie das Bild mit der Frau. Die Freistellung wurde schon gemacht, und Sie können die Ebene mit der Figur in die Arbeitsfläche mit dem Schuh verschieben. Erstellen Sie auf der Ebene mit der Figur eine Maske und passen Sie die Figur dem Schuh an. An einigen Stellen können Sie die Ebene mit der Figur mit dem Nachbelichter-Werkzeug bearbeiten, um die Schattierungen zu erstellen.

 

Schritt 15

Das vorbereitete „Auto“ können Sie noch mit anderen Details ausstatten, vielleicht auch mit Ihren eigenen. Falls Sie diese Fleißarbeit nicht unbedingt machen wollen, können Sie das komplett gestaltete Bild als freigestelltes Objekt verwenden.

 

Schritt 16

Stellen Sie die Figuren der Arbeiter frei. Das machen Sie am besten mit dem Zeichenstift-Werkzeug. Verwenden Sie hier genau wie bei den anderen Objekten einen Radius von ca. 0,5 bis 1 Pixel. Den Bereich der Haare können Sie vorerst großzügig freistellen. Legen Sie die freigestellte Figur als Kopie auf eine neue Ebene.

 

Schritt 17

Erstellen Sie auf der Ebene mit der Figur des Arbeiters eine Ebenenmaske. Mit dem Pinsel-Werkzeug können Sie die Haare ganz genau freistellen; benutzen Sie dazu eine Pinselspitze aus der Reihe „Stern“.

 

Schritt 18

Die drei Figuren der Arbeiter können Sie als PSD-Dateien mit Ebenen speichern. Für Ungeduldige stehen die Dateien mit freigestellten Arbeitern zum Download bereit.

 

Schritt 19

Die Overalls der Arbeiter sollen umgefärbt werden. Da die Overalls aber schon eine bestimmte Farbe haben (olivgrün) sollten sie zuerst entfärbt werden. Erstellen Sie über der Ebene mit der freigestellten Figur eine Einstellungsebene Schwarz-Weiß mit einer Schnittmaske. Im Dialog Schwarzweiß können Sie die Anpassungen so machen, dass die Overalls eine mittelgraue Farbe haben.

 

Schritt 20

Die Entfärbung sollte aber nur auf den Overall wirken. Bearbeiten Sie die Maske der Einstellungsebene Schwarzweiß mit dem Pinsel-Werkzeug, sodass die Wirkung der Einstellungsebene an Stellen wie dem Kopf und den Händen aufgehoben wird.

 

Schritt 21

Die Maske der Einstellungsebene Schwarzweiß können Sie auf die nächste Einstellungsebene – Farbbalance – kopieren. Duplizieren Sie die Ebene Schwarzweiß und wählen Sie dann Ebene>Inhalt der Ebene ändern>Farbbalance.

 

Schritt 22

Im Dialog Farbbalance verstärken Sie die Bereiche Rot und Gelb so, dass der Overall in Orange umgefärbt wird. Machen Sie die Einstellungen in den Bereichen Mitteltöne und Lichter.

 

Schritt 23

Wenn Sie mit der Vorbereitung der Details fertig sind, können Sie eine neue Kulisse für Ihre Gestaltung erstellen. Erstellen Sie eine neue Arbeitsfläche und kreieren Sie einen neuen Raum, wie das auf dem Screenshot gezeigt ist. Verwenden Sie dazu die Datei hintergrund.jpg Wie das genau gemacht wird, wurde bereits in meinem Workshop zu dem Bild „Red Dance“ ausführlich beschrieben.

 

Schritt 24

Positionieren Sie die freigestellten Objekte in der neu erstellten Arbeitsfläche. Achten Sie darauf, dass die Ebenenreihenfolge korrekt eingestellt ist, damit die Überlappung der Ebenen stimmt. Ebenso ist es sehr wichtig, dass die Proportionen der Figuren unter Berücksichtigung der Perspektive eingehalten werden.

 

Schritt 25

Erstellen Sie unter jedem Darsteller passende Schatten. Für jeden Schatten sollte eine Ebene erstellt werden. Die Schattenbereiche können mit dem Lasso-Werkzeug ausgewählt werden. Füllen Sie ausgewählte Bereiche auf entsprechenden Ebenen mit schwarzer Farbe. Heben Sie dann die Auswahl auf mit der Tastenkombination Strg+D.

 

Schritt 26

Die schwarzen Flächen können Sie mit dem Filter>Weichzeichnungsfilter>Gaußscher Weichzeichner bearbeiten, sodass diese diffus wirken, wie richtige Schatten. Falls die Flächen zu dunkel werden, können Sie die Deckkraft der Schatten-Ebenen anpassen.

 

Schritt 27

Im Ordner mit den Arbeitsdateien liegt eine Datei mit dem freigestellten Rauch. Den Rauch können Sie auch selbst freistellen. Wählen Sie dazu Auswahl>Farbbereich. Klicken Sie mit der Pipette in die hellste Stelle des Rauches und erhöhen Sie die Toleranz so, dass der Rauch auf dem Vorschaubild richtig angezeigt wird. Bestätigen Sie mit OK und legen Sie den Rauch mit Strg+J auf eine neue Ebene als Kopie der Auswahl. Diese Ebene kann jetzt in die Gestaltung übernommen werden.

 

Schritt 28

Ziehen Sie die Ebene mit dem Rauch in Ihre Gestaltung und passen Sie die Größe mit Strg+T an. Damit der Rauch vom restlichen schwarzen Hintergrund befreit wird, verwenden Sie die Ebenenfüllmethode Negativ multiplizieren.

 

Natürlich sind in dieser Collage viel mehr Schritte als in diesem Tutorial. Wenn alle Schritte einzeln erklärt würden, wäre das so viel Material, dass man damit ein Buch füllen konnte. Die Techniken, die für die Gestaltung verwendet wurden, wiederholen sich sehr oft und wurden in diesem und anderen meiner Tutorials beschrieben. Wenn Sie bereit sind, viel Zeit zu investieren, werden Sie beim Nachbauen dieser Collage viel Spaß haben.

Autor: Pavel Kaplun

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