Andere Welt: Landschaftscomposing aus Urlaubsfotos gestalten

Sicherlich habt ihr viele Fotos aus euren Urlaubsreisen. Die Fotos mit den Urlaubserinnerungen anzuschauen, macht schon große Freude, aber wenn ihr einige Fotos in eine „künstliche“ Welt verwandelt, macht das umso mehr Spaß! In diesem Tutorial werde ich euch erklären, wie ein Landschaftscomposing aus verschiedenen Fotos gestaltet werden kann. Zum Einsatz kommen die klassischen Komponenten wie Bilder von Bergen, Himmel, Wasser, Sand und als i-Tüpfelchen von einem Luftballon. Die Ausgangsbilder könnt ihr herunterladen und die Collage Schritt für Schritt nachmachen. Das Video, welches auch zum Download zur Verfügung steht, wird euch noch den einen oder anderen Tipp zur Gestaltung des Landschaftscomposings geben. Höchstwahrscheinlich wird euer Bild etwas anders aussehen als das Beispielbild, welches ich vor ca. 3 Jahren kreiert habe, aber das ist ganz normal. Eine 100-%-Übereinstimung mit dem Beispielbild ist kaum möglich. Es ist wichtiger, die Techniken, die für die Gestaltung des Composings verwendet werden, zu lernen und ich hoffe, dieses Tutorial inspiriert euch für weitere Projekte mit eigenen Fotos. Viel Erfolg!

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Das Video, welches auch zum Download zur Verfügung steht, wird Ihnen noch den einen oder anderen Tipp zur Gestaltung des Landschaftscomposings geben. Höchstwahrscheinlich wird Ihr Bild etwas anders aussehen als das Beispielbild, welches ich vor ca. 3 Jahren kreiert habe, aber das ist ganz normal. Eine 100%-ige Übereinstimmung mit dem Beispielbild ist kaum möglich. Es ist wichtiger, die Techniken, die für die Gestaltung des Composings verwendet werden, zu lernen und ich hoffe, dieses Tutorial inspiriert Sie für weitere Projekte mit eigenen Fotos. Viel Erfolg!

Schritt 1

Erstellen Sie eine neue Arbeitsfläche. In unserem Beispiel ist das eine neue Datei mit der Größe 30×20 cm bei der Auflösung 300 DPI – genau die richtige Größe, um einen Abzug bis A4 zu Hause ausdrucken zu können. Im Idealfall sollte die Datei noch größer angelegt werden, ca. 45×30 cm, das ist aber vom Ausgangsmaterial abhängig. Wenn Sie hochauflösende Bilder haben, ab ca. 10 Megapixel, können Sie auch Collagen in größeren Formaten gestalten. Öffnen Sie nun die Fotos mit den Bergen und ziehen Sie diese Fotos mit dem Verschieben-Werkzeug in die neue Arbeitsfläche.

 

Schritt 2

Aktivieren Sie mit dem Tastaturbefehl Strg+R die Lineale (falls noch nicht eingeblendet) und ziehen Sie aus dem oberen Lineal eine horizontale Hilfslinie, die Sie unten bei ca. 1/3 der Bildhöhe platzieren. Richten Sie die Horizontlinien auf den Fotos mit den Bergen an der Hilfslinie aus. Falls der Horizont schief ist, können Sie die Ebene mit dem Foto drehen. Aktivieren Sie den Transformationsrahmen und ändern Sie den Winkel der Ebene. Bestätigen Sie die Transformation mit der Enter-Taste.

 

Schritt 3

Wenn der Himmel auf den Landschaftsfotos keine Wolken hat und die Farbe ziemlich gleichmäßig aussieht, können Sie den Himmel auf den Originalfotos löschen, damit Sie einen anderen Himmel in die Gestaltung einfügen können. Aktivieren Sie das Zauberstab-Werkzeug, klicken Sie auf die Himmelsfläche der entsprechenden Ebene, sodass der Himmelbereich ausgewählt wird.

 

Schritt 4

Im Prinzip können Sie den ausgewählten Himmel mit dem Tastenbefehl Strg+X löschen, aber es kann passieren, dass Reste des Himmels an den Bergen „kleben“ bleiben. Das sind die verflixten weißen Ränder, die beim Freistellen immer Ärger machen. Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung. Wählen Sie Auswahl>Auswahl verändern>Auswahl erweitern. Im Dialog Auswahl erweitern können Sie 1 Pixel eingeben. Bestätigen Sie mit OK. Jetzt können Sie mit Strg+X den Himmel ausschneiden – es gibt keine weißen Ränder.

 

Schritt 5

Damit Sie nicht „blind“ arbeiten (weil der Hintergrund der neu erstellten Arbeitsfläche weiß ist), können Sie eine Füllebene Volltonfarbe über der Ebene Hintergrund einfügen. Wählen Sie als Füllfarbe hellblau – das können Sie im Dialog Grundfarbe aufnehmen mit der Pipette machen. Klicken Sie mit der Pipette auf den Himmel der Ebene mit dem linken Berg; dort haben Sie den Originalhimmel noch nicht entfernt. Jetzt haben Sie eine schöne blaue Farbe als Hintergrund, vor dem Sie die freigestellten Berge besser sehen können.

 

Schritt 6

Den Himmel von dem linken Foto mit dem Berg können Sie auch entfernen (machen Sie das genau so wie bei dem rechten Foto, mithilfe des Zauberstab-Werkzeugs). Vergewissern Sie sich, dass die Horizontlinien auf den Fotos genau an der Hilfslinie ausgerichtet sind.

 

Schritt 7

Öffnen Sie das Bild mit dem neuen Himmel (Sie sehen, der neue Himmel sieht viel spektakulärer aus als der auf den Fotos mit den Bergen). Ziehen Sie mit dem Verschieben-Werkzeug die Ebene mit dem Himmel über die Füllebene Volltonfarbe. Die Ebenen mit den Bergen befinden sich jetzt vor der Ebene mit dem Himmel.

 

Schritt 8

Sollte die Größe der Ebene mit dem Himmel nicht zur Größe der neuen Arbeitsfläche passen, aktivieren Sie mit Strg+T den Transformationsrahmen und passen Sie die Größe an. Halten Sie beim Skalieren der Ebene die Umschalt-Taste gedrückt, damit die Proportionen des Bildes nicht verloren gehen.

 

Schritt 9

Öffnen Sie das Bild mit dem Sand. Ziehen Sie das Bild mit dem Sand in die Arbeitsfläche Ihrer Collage und passen Sie die Größe der Ebene mit dem Sand dem Rest des Bildes an. Hier können Sie die Proportionen ein bisschen vernachlässigen. Wenn Sie die Fläche mit dem Sand vertikal transformieren, entsteht der Eindruck, dass die Fläche perspektivisch verändert wurde – das passt in diesem Fall sehr gut zur Gestaltung.

 

Schritt 10

Die Ebene mit dem Sand wird zum Teil maskiert. Erstellen Sie auf der Sand-Ebene eine Maske. Wählen Sie das Verlaufswerkzeug und ziehen Sie einen Maskierungsverlauf, wie das auf dem Screenshot gezeigt ist. Wichtig ist, dass Sie für das Verlaufswerkzeug die passenden Optionen wählen: Linearer Verlauf, Vordergrund-Transparent, Vordergrundfarbe Schwarz. Halten Sie beim Erstellen des Verlaufs die Umschalt-Taste gedrückt, damit der Verlauf streng vertikal erstellt wird.

 

Schritt 11

Fügen Sie der Gestaltung nun das Bild mit der Wasseroberfläche hinzu. Die Wasserfläche können Sie ähnlich wie die Ebene mit dem Sand, ohne Berücksichtigung der Proportionen stauchen – so entsteht eine Perspektive, die gut zu der Gestaltung passt.

 

Schritt 12

Die Wasserfläche wird auch maskiert. Die untere Kante können Sie mit einem längeren, die obere Kante (ausgerichtet an der Hilfslinie) mit einem kurzen Maskierungsverlauf ausstatten. Für den Verlauf an der oberen Kante der Wasser-Ebene vergrößern Sie die Ansicht des Bildes sehr stark, auf ca. 100-200%, damit Sie einen sehr kurzen Verlauf ziehen können, passend zu der Horizontlinie. Je kürzer der Verlauf, umso schärfer wird die Kante der Ebene.

 

Schritt 13

Maskieren Sie mit dem passenden Pinsel-Werkzeug die Stellen, wo die Berge unter der Hilfslinie zu sehen sind. Zur Hilfe können Sie die Deckkraft der Ebene mit der Wasserfläche reduzieren, die Stellen, wo die Berge zu sehen sind, maskieren und die Deckkraft der Ebene mit dem Wasser dann wieder auf 100% setzen.

 

Schritt 14

Öffnen Sie das Bild mit dem Luftballon. Den Luftballon können Sie mit dem Zeichenstift-Werkzeug freistellen. Mit dem Zeichenstift-Werkzeug (wichtig sind folgende Optionen: Pfade, Pfadbereich erweitern, Gummiband) erstellen Sie zuerst einen Pfad an der Grenze zwischen dem Luftballon und dem Himmel; das machen Sie am besten bei Vergrößerung der Bildansicht auf ca. 300%. Nachdem der Pfad fertig ist, kann er in eine Auswahl umgewandelt werden. Mit einem Rechtsklick in den Pfad öffnen Sie den Dialog Auswahl erstellen, definieren eine weiche Auswahlkante von 0,5 bis 1 Pixel und bestätigen mit OK. Mit Strg+J können Sie den Luftballon auf eine neue Ebene als Kopie legen. Die Ebene mit dem freigestellten Luftballon kann jetzt in die Gestaltung verschoben werden.

 

Schritt 15

Ziehen Sie mit dem Verschieben-Werkzeug die Ebene mit dem Luftballon in die neue Arbeitsfläche. Achten Sie darauf, dass die Ebene mit dem Luftballon über den Ebenen mit dem Himmel und den Bergen liegt.

 

Schritt 16

Einige Bereiche der Ebene mit dem Luftballon (zwischen dem Luftballon und dem Korb) sollen noch freigestellt werden. Die Stellen mit dem Himmel vom Originalbild können Sie einfach ausschneiden. Wählen Sie mit dem Polygonlasso-Werkzeug den Bereich mit dem Himmel aus (definieren Sie für das Polygonlasso-Werkzeug eine weiche Kante von 1 Pixel). Mit Strg+X können Sie den ausgewählten Bereich ausschneiden.

 

Schritt 17

Die fehlenden Seile zwischen dem Luftballon und dem Korb können Sie nachzeichnen. Erstellen Sie in der Ebenenpalette über der Ebene mit dem Luftballon eine neue leere Ebene. Wählen Sie das Linienzeichner-Werkzeug mit der Option Mit Pixel füllen und einer Stärke von ca. 2-3 Pixel und zeichnen Sie die Seile nach.

 

Schritt 18

Die Ebene mit dem Luftballon und die Ebene mit den Seilen können Sie auf eine Ebene reduzieren. Markieren Sie beide Ebenen bei gedrückter Umschalt-Taste und wählen Sie dann Strg+E. Die Größe des Luftballons können Sie anschließend der Gestaltung anpassen (Strg+T bei gedrückter Umschalt-Taste).

Alle Bildelemente der Collage sind jetzt an den richtigen Positionen, die Größe ist angepasst. Jetzt werden die Farbe und Tonwerte einzelner Ebenen optimiert, damit das Bild wie eine Einheit und nicht wie ein Puzzle aussieht. Die Anpassung erfolgt für jede einzelne Ebene mithilfe von Einstellungsebenen, die teilweise mit Schnittmasken ausgestattet werden.

 

Schritt 19

Klicken Sie die Ebene mit dem Himmel an und wählen Sie entweder in der Ebenenpalette oder in der Korrekturenpalette die Einstellungsebene Tonwertkorrektur. Bewegen Sie den mittleren und den linken Regler nach rechts, um den Himmel abzudunkeln. Die Abdunklung wirkt vorerst auf den ganzen Himmel, wird aber später mit einer Maske abgegrenzt.

 

Schritt 20

Jede Einstellungsebene wird standardmäßig mit einer Maske erstellt, die Sie genau so wie die Maske einer Pixelebene bearbeiten können. Der Himmel soll nur im oberen Bereich abgedunkelt werden. Wählen Sie das Verlaufswerkzeug mit den Optionen Linearer Verlauf, Vordergrund-Transparent, Vordergrundfarbe Schwarz. Ziehen Sie bei gedrückter Umschalt-Taste den Verlauf, wie das mit dem Pfeil auf dem Screenshot gezeigt ist. Der untere Bereich des Himmels wird dadurch heller, wie früher, und wird weiter nach oben (dank Verlauf) immer dunkler.

 

Schritt 21

Die Originalfotos mit den Bergen sind ziemlich flau und sollten in den Kontrasten verstärkt werden. Das können Sie auch mit einer Einstellungsebene Tonwertkorrektur machen, wobei jede Berg-Ebene eine separate Einstellungsebene Tonwertkorrektur bekommen soll. Erstellen Sie zuerst für die Ebene mit dem linken Berg eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit einer Schnittmaske (die Schnittmaske bewirkt, dass die Einstellungsebene nur auf die darunterliegende Pixelebene wirkt und nicht auf alle darunterliegenden Ebenen). Bewegen Sie im Dialog Tonwertkorrektur den linken und den rechten Regler Richtung Mitte. Die Kontraste werden verstärkt. Mit dem mittleren Regler können Sie die Helligkeit des Bildes regulieren.

 

Schritt 22

Die Ebene mit dem rechten Berg können Sie auf gleiche Art mit einer weiteren Einstellungsebene Tonwertkorrektur bearbeiten.

 

Schritt 23

Den unteren Bereich des Himmels können Sie etwas aufhellen. Erstellen Sie über der Ebene mit dem Himmel und der bereits vorhandenen Einstellungsebene Tonwertkorrektur (Abdunklung des oberen Teils des Himmels) eine weitere Einstellungsebene Tonwertkorrektur mit einer Schnittmaske. Im Dialog Tonwertkorrektur bewegen Sie den rechten und den mittleren Regler nach links, um die Ebene heller zu machen. Maskieren Sie den oberen Teil der Einstellungsebene mit dem Verlaufswerkzeug, sodass die Wirkung der Einstellungsebene nur auf den unteren Teil des Himmels beschränkt wird.

 

Schritt 24

Die Ebene mit dem Wasser wird ähnlich bearbeitet. Zuerst können Sie die Ebene Wasser dunkler machen (Einstellungsebene Tonwertkorrektur oder alternativ Gradationskurven) und dann diese Einstellungsebene mit dem Verlaufswerkzeug von unten nach oben maskieren, sodass das Wasser im unteren Bereich des Bildes wieder hell und nur in der Nähe des Horizonts abgedunkelt wird.

 

Schritt 25

Die Farbe des Sandes kann ein bisschen intensiviert werden. Die Einstellungsebene Farbbalance, die Sie dazu verwenden können, wird ebenfalls mit einer Schnittmaske erstellt. Im Dialog Farbbalance behandeln Sie die Pixel der Ebene mit dem Sand im Bereich Mitteltöne. Verstärken Sie die Werte für Rot und Gelb, damit die Sandfarbe intensiver wirkt, und maskieren Sie dann die Einstellungsebene Farbbalance, wie das mit dem Pfeil auf dem Screenshot gezeigt ist.

 

Schritt 26

Um die Farbrichtung des Bildes ein wenig zu verdeutlichen, können Sie mit einem Farbverlauf und Komplementärfarben eine gewisse Spannung erzeugen. Färben Sie den Himmel des Bildes in Blau und den unteren Teil mit dem Wasser und mit dem Sand leicht gelb-grün ein. Erstellen Sie in der Ebenenpalette über allen dort enthaltenen Ebenen eine Einstellungsebene Farbbalance, in der Sie die Werte für Cyan und Blau verstärken. Maskieren Sie dann den unteren Teil dieser Einstellungsebene mit einem Verlauf.

 

Schritt 27

Um den unteren Bereich des Bildes farblich hervorzuheben, erstellen Sie eine weitere Einstellungsebene Farbbalance, wo Sie die Werte für Gelb und Rot verstärken. Den oberen Teil der Einstellungsebene können Sie ebenfalls mit dem Verlaufswerkzeug bearbeiten, sodass die Farbveränderungen nur auf den unteren Bereich des Bildes wirken. Da bei den Einstellungsebenen in diesem und im vorherigen Schritt keine Schnittmaske erzeugt wurde, wirken diese auf alle in der Ebenenpalette enthaltenen Ebenen.

Autor: Pavel Kaplun

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