Das Versetzen von transparenten (gläsernen) Objekten von einem Hintergrund auf einen anderen bereitet besonderes Kopfzerbrechen, da es nicht hilft allein die Form freizustellen. Vielmehr müssen auch die durch das Glas scheinenden Elemente entfernt werden, möglichst ohne das eigentliche Motiv komplett zu zerstören.
Ich möchte Euch hierzu anhand eines Beispielbildes (Downloadleiste Links) einen relativ einfachen Weg aufzeigen. Solide Kenntnisse zur Arbeit mit Masken und Kanälen und den gängigen Auswahlverfahren sollten jedoch vorhanden sein. (Mehr Infos dazu in der Grundlagenschulung)
Die hier beschriebene Methode ist kein Allheilmittel. Verfälschungen in der Darstellung der Transparenz sind unvermeidbar. Dennoch, und das ist das Wichtigste, bleiben die charakteristischen Eigenschaften von (hier) Glas erhalten.
1. Vorbereiten der Objektform
Der erste Schritt besteht darin, die Form des Glases freizustellen. Auf welche Art und Weise Ihr das macht bleibt Euch überlassen. Ich habe mich aufgrund der klaren und einfachen Form für das Pfadwerkzeug entschieden und lege es Euch natürlich auch gerne nahe. (Mehr Informationen zum Pfadwerkzeug) Dupliziert die Auswahl aus dem bestehenden Motiv, indem Ihr die Bildebene markiert und Strg+J drückt. (Abbildung 1)
2. Grundlegende Transparenz zuweisen
In diesem Schritt geht es darum dem Glas eine grobe Transparenz zuzuweisen, im Folgenden erfolgt der Feinschliff.
Wir wechseln in die Kanälepalette und klicken mit gedrückter Strg-Taste auf die Miniatur des Composite-Kanals (RGB ganz oben). Daraufhin erhalten wir eine Auswahl der Helligkeiten des Dokuments. Das ist ein entscheidender Punkt. Wir wählen keine Form bestehender Pixel, wie es bei einem Strg-Klick auf eine Ebenenminiatur der Fall wäre, sondern die Informationen über die Verteilung heller und dunkler Bildbereiche. Helle Stellen werden dabei besonders berücksichtigt, während dunkle werden zunehmend ausgeschlossen bzw. nur „halb“ ausgewählt.
Es geht zurück in die Ebenenpalette, wo wir eine neue Ebene erstellen und die noch bestehende Auswahl mit Schwarz füllen. Sollten wir die einzelnen Ebenen bisher noch nicht benannt haben, wäre nun ein guter Zeitpunkt es nachzuholen. (Abbildung 2)
Mit der Tastenkombination Strg+A wählen wir das gesamte Dokument aus und legen den Inhalt der zuvor erstellten Ebene „Luminanz“ als Muster fest. (Bearbeiten: Muster erstellen) Dieses wird im Anschluss direkt auf eine neue Ebenenmaske der Glasebene angewendet. (Abbildung 3)
Zur Erklärung: Hätten wir den Inhalt der Luminanzebene einfach kopiert und direkt in die Ebenenmaske eingefügt würde Photoshop die Pixel nicht an der Originalposition einfügen, womit Glas und Transparenzinformationen gegeneinander verschoben wären. Durch das vorhergehende Festlegen als Muster umgehen wir dieses Problem.

- Abbildung 1
Das freigestellte, noch voll deckende Glas. 
- Abbildung 2
Laden des Luminanz aus dem Composite-Kanal.


