Zur Navigation springen | Zum Inhalt springen
Drucken Favoriten Weitersagen Sitemap

Schärfentiefe in Photoshop

Autor:
Philip Fuchslocher
Schwierigkeit:
schwer
Kenntnisse:
Auswahlverfahren, Alphakanäle, Verläufe
Arbeitsmaterial:
download
Artikelbewertung:

Artikel bewerten


Probleme mit dem Artikel?

Zum Forum


2. Tiefenschärfe abmildern in Photoshop

Warum nun Tiefenschärfe? Bisher hieß es doch immer Schärfentiefe? Ein berechtigter Einwand auf den ich keine verbindliche Antwort geben kann. Meines Wissens (und das was man zu 90% überall liest) ist Tiefenschärfe der gleiche (wenn auch ältere) Begriff für Schärfentiefe, weswegen beides richtig ist. Kürzlich habe ich allerdings einen knappen Artikel im Netz entdeckt der über den angeblichen Irrtum aufdeckt und die Tiefenschärfe als Gegenstück zur Schärfentiefe aufführt.... Wie dem auch sei. Hier in diesem Artikel ist damit das Gleiche gemeint.

Den Filter zum Anpassen der Schärfentiefe findet ihr in der Gruppe der Weichzeichnungsfilter. In Photoshop CS hieß er noch „Verwackeln“, in den Folgeversionen „Tiefenschärfe abmildern“. Betrachten wir uns einmal die verschiedenen Einstellmöglichkeiten im Filterdialog (Abbildung 4)

Die Optionen „Schneller“ und „Genauer“ steuern die Qualität des Filters. Für Vorschauzwecke reicht oft die schnellere Option „Schneller“, für die endgültige Berechnung sollte „Genauer“ gewählt sein.

Die Tiefen-Versetzung ist das Kernstück dieses Filters. Wie bereits im ersten Teil des Workshops erklärt breitet sich die Unschärfe ausgehend vom fokussierten Motiv immer weiter aus. Das bedeutet dass wir verschiedene Schärfebereiche im Bild brauchen. Bei der Verwendung des z.B. Gaußschen Weichzeichners hätten wir keine Kontrolle darüber. Alle Bildteile würden gleichermaßen behandelt.

Per „Tiefenschärfe abmildern“ können wir jedoch Alphakanäle als Basis für diesen Filter verwenden. Je nach Helligkeitswert wirkt der Filter dann entsprechend stärker oder schwächer. Als Quelle kann ein beliebiger zuvor erstellter Alphakanal verwendet werden. Weiße Bereiche werden dabei von der Unschärfe voll erfasst, schwarze Bereiche werden vom Filter ausgeschlossen und Grauwerte dazwischen je nach Helligkeit mehr oder weniger intensiv.

Weichzeichnen-Brennweite: Dieser Regler steuert den Bereich auf den fokussiert werden soll. (In der Fotografie also die Brennweite, auf die scharf gestellt wurde) Um das zu verdeutlichen folgendes Beispiel (Abbildung 5): In dem zugehörigen Alphakanal wurde ein Verlauf von Schwarz Weiß aufgezogen. (Am linken Rand als Verlaufsbalken angezeigt). Schwarz besitzt den Farbwert 0 im RGB Modus (kein Licht. Informationen zu den Farbmodi findet Ihr in der Grundlagenschulung), Weiß den Wert 255.

Mit dem „Weichzeichnen-Regler“ gebt Ihr Photoshop an, auf welchen Helligkeitsbereich fokussiert werden soll und von wo aus die Unschärfe beginnt. Im oberen Bild ist der Regler auf 220 gestellt. Der Bereich des Bildes in dem der zugehörige Alphakanal diesen (und angrenzende) Werte besitzt (also ein sehr helles Grau) ist das Zentrum der Schärfentiefe. Im mittleren Bild ist der Wert auf 150 geändert. Der scharf gestellte Bereich wandert den Alphakanal und damit auch im Bild weiter in die Mitte. Im unteren Beispiel wandert die Schärfe noch ein Stück weiter nach Unten bis zum dunkelgrauen Bereich des Alphakanals.

Der Befehl „Umkehren“ invertiert den Alphakanal und damit dessen Auswirkung auf den Filter.

Im Unterbereich „Iris“ lässt sich die Art der Weichzeichnung anpassen. Je nach Irisform und Wölbung ändert sich das Erscheindungsbild, hier ist ein wenig experimentieren angesagt. Besonders auffällig wird die veränderte Irisform in Verbindung mit den spiegelartigen Lichtern. (Dazu gleich mehr).

Der Wert unter „Radius“ steuert die Stärke des Weichzeichnungsfilters.

Spiegelartige Lichter:
Um dem Bild mehr Lebendigkeit zu geben können helle Bildbereiche mit Reflexionen versehen werden. Die Form der Reflexion wird durch die Irisform bestimmt. Der Schwellenwert gibt an, ab welcher Helligkeit Reflexionen erzeugt werden. Bei einem Wert von 255 ist nahezu nichts zu erkennen. Werte knapp darunter (250 bis 253) sind gute Basiswerte. Der dazugehörige Regler „Helligkeit“ steuert die Intensität der Lichter. (Im folgenden Praxisbeispiel wird der Effekt aufgezeigt)

Als letztes lässt sich unter „Rauschen“ eine Körnigkeit in das Bild einbringen. Aufgrund der zuvor eingestellten Weichzeichnung kann das Bild synthetisch wirken. Ein schwaches Rauschen verleiht wieder einen realistischeren Ausdruck.


Gehe zu Seite

Filterdialog Tiefenschärfe abmildern
Abbildung 4
Das Filtermenü im Überblick.
Beispiel Schärfebereich in Photoshop
Abbildung 5
Die Auswirkung verschiedener Weichzeichnungs-Brennweiten.