In der Fotografie wird gerne mit der Schärfentiefe gearbeitet um gezielt bestimmte Bildelemente hervorzuheben. Dieser Effekt lässt sich seit Photoshop CS recht gut auch nachträglich erreichen, ohne auf den Gaußschen Weichzeichner zurückgreifen zu müssen, der hier keine realistischen Ergebnisse erzielt. Dieser Workshop zeigt Euch die Grundlagen zur Schärfentiefe auf und verdeutlicht in einem einfachen Arbeitsbeispiel das Vorgehen in Photoshop. Bei allem Fortschritt der Softwaretechnik sollte das Ergebnis jedoch nicht mit einer nativen Aufnahme mit Schärfentiefe verglichen werden.
1. Grundlagen Schärfentiefe
Die Schärfentiefe beschreib den Bereich eines Bildes, der ausgehend vom fokussierten Motiv davor und dahinter scharf dargestellt werden kann. Mit zunehmender Entfernung vom Motiv nimmt die Unschärfe zu. In welchem Umfang sich die Unschärfe darstellt hängt von mehrere Faktoren ab:
- Die Blende: Je weiter die Blende geschlossen ist, desto größer ist der scharfe Bereich und umgekehrt. (Abbildung 1 und 2)
- Die Brennweite: Teleobjektive haben generell eine geringere Schärfentiefe als Weitwinkelobjektive.
- Die Entfernung zum Motiv.
Die Unschärfe breitet sich nicht zwingend gleichmäßig von dem fokussierten Motiv nach Hinten und Vorne aus. Der Wendepunkt ist der Abbildungsmaßstab 1:1, bei dem das Motiv in Originalgröße auf dem Film/Sensor abgebildet wird. Hier liegt das fokussierte Motiv genau in der Mitte des Schärfebereichs. Bei „normalen“ Abbildungsmaßstäben, im Alltagsgebrauch der größte Teil aller Aufnahmen liegt Etwa 1/3 der Unschärfe vor dem fokussierten Motiv und 2/3 dahinter. (Abbildung 3)
Insbesondere diese Tatsache ist für eine glaubhafte Nachbearbeitung in Photoshop wichtig.

- Abbildung 1
Fokussiert auf die Schraube im Vordergrund. Blende 2,8 (maximal geöffnet). Das Bild wird, ausgehend von der Schraube, sehr schnell unscharf und verschwommen und rückt optisch in den Hintergrund. 
- Abbildung 2
Fokussiert auf die Schraube im Vordergrund. Blende 22 (maximal geschlossen) Der scharf dargestellte Bereich hat sich bei gleicher Aufnahmeposition und Brennweite deutlich ausgeweitet. 
- Abbildung 3
Der Bereich der Schärfentiefe geht im "Normalfall" 1/3 vor und 2/3 hinter das Motiv.



