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Duplex, Triplex und Quadruplex

Autor:
Philip Fuchslocher
Schwierigkeit:
mittel
Kenntnisse:
-
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In dem Fachartikel über Duplex wurde bereits ausführlich auf die Entstehung und die Hintergründe des Duplex-Drucks eingegangen. Wer den Artikel noch nicht gelesen hat, sollte dies vor dem Bearbeiten dieses Workshops zum besseren Verständnis tun. 
In diesem Workshop möchte ich auf das Erstellen von Duplex, Triplex bzw. Quadruplex eingehen und mögliche Tücken bei der Weiterverarbeitung im Druck aufzeigen. Im Folgenden werde ich nur den Begriff „Duplex“ stellvertretend für alle drei Varianten verwenden.


1. Wandeln in Graustufen

Da ein Duplex ein Graustufenbild ist, lässt sich dieser Farbmodus auch erst aktivieren, wenn die Datei im Graustufenmodus vorliegt. Um einem Bild die Farbinformationen zu entziehen gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie den Kanalmixer oder den Weg über den Lab-Modus. Der schnellste (aber unflexibelste) Weg führt über Bild:Modus:Graustufen.


2. Das Duplex Menü

Über Bild:Modus:Duplex öffnen wir den entsprechenden Dialog um unser Bild einzufärben. Das sich öffnende Fenster zeigt drei Bereiche, in denen sich Einstellungen machen lassen. (Abbildung 1) In dem Dropdownmenü ganz oben lässt sich Einstellen, mit wie vielen Farben wir arbeiten wollen. Wir können uns für „1 Sonderfarbe“, „Duplex“, „Triplex“, „Quadruplex“ entscheiden, also mit einer bis zu vier (Sonder)Farben arbeiten.

(Sonderfarben sind Farben die statt oder zusätzlich zu den normalen CMYK Prozessfarben gedruckt werden. Es gibt hier ein größeres Farbspektrum als im normalen CMYK Farbraum. So sind z.B. auch metallische oder extrem gesättigte (leuchtend grelle) Farben möglich. Im Druck schlagen sie jedoch auch mit höheren Kosten zu Buche)

Im mittleren Bereich lassen sich die Farben und die dazugehörigen Gradationskurven einstellen und am unteren Rand schließlich noch Einstellungen bzgl. des Mischverhältnisses der gewählten Farben anpassen. Der farbige Verlauf neben dem Feld „Farben überdrucken“ ermöglicht eine Vorschau auf den entstehenden Farbumfang.
Im Folgenden näheres zu den möglichen Einstellungen.


3. Farbe und Gradation

Über die Symbole der Gradationskurve und des Farbfeldes lassen sich für jede Farbe individuelle Eigenschaften festlegen. Mit einem Mausklick auf das Farbfeld öffnet sich die Bibliothek mit den Sonderfarben. (Abbildung 2). Hier kann aus einer langen Liste eine Farbe aus einer der verfügbaren Farbbibliotheken gewählt werden. Über den Button „Farbwähler“ rechts im Dialog gelangt man zum gewohnten Photoshop-Farbwähler. Nach dem bestätigen mit OK wird die Farbe in den Duplex-Dialog übernommen und mit der korrekten Beschriftung angegeben. Diese Beschriftung muss unbedingt so belassen werden! (Näheres dazu später)

Per Klick auf das Symbol der Gradationskurve lässt sich diese steuern. (Abbildung 3) Die Funktion einer Gradationskurve sollte bekannt sein.
Ganz knapp: Die Horizontale zeigt mit dem Verlauf darunter die Verteilung der Tonwerte von Weiß bis Schwarz. Im Ursprungszustand ist die Kurve eine Linie die sich vom linken unteren Eck zum rechten oberen Eck durchzieht. Zieht man eine gedankliche Linie von einem Punkt der Kurve nach unten und zur Seite, so befindet sich in gleichem Abstand zu diesen. Durch ein Schieben der Kurve an einem Punkt nach Oben oder unten wird der Ist-Wert (Horizontale) einem Soll-Wert (Vertikale) zugewiesen.

In Abbildung 4 sind die Ist-Werte einerseits neben den Eingabefeldern angegeben, bzw. durch die Position an der horizontalen Achse. Die farbigen inien schneiden die Kurve am Soll-Wert in der Vertikalen. Nähere Informationen dazu in der Grundlagenschulung zu Photoshop. Es kann per Verschieben mit der Maus an der Kurve selbst, oder durch numerische Eingabe in die Zahlenfelder rechts eine persönliche Kurve zusammengestellt werden. Ergebnisse lassen sich jederzeit speichern und auch wieder laden.


4. Übersicht der Farbigkeit

Im unteren Bereich befindet sich ein Verlaufsbalken, der beim Öffnen des Duplex-Dialogs von Weiß nach Schwarz geht und somit einen bekannten, kompletten Tonwertumfang zeigt. Fügt man neue Farben hinzu und ändert die Gradationskurven, so ändert sich damit auch dieser Balken. Er zeigt an, welcher Grauwert aufgrund der aktuellen Konfiguration welchen Farbwert annimmt.

Hierzu ein Beispiel in Abbildung 5 :
Oben ein normaler unmodifizierter Tonwertverlauf. Darunter der sehr stark „gequälte“ Verlauf eines Quadruplex. Vergleicht man die jeweiligen Bereiche der Verläufe miteinander, kann man schön erkennen, dass ehemals weiße Bereiche nun in einen Gelb erscheinen werden. Die schwarzen Bereiche werden Grün erscheinen und dazwischen wechseln sich die buntesten Farben für die mittleren Grauwerte ab. Dieses ist natürlich ein extremer Fall, der wie später beschrieben nur für Effekte sinnvoll ist, aber das Prinzip bleibt auch bei dezenten, z.B. einfarbigen Duplex Bildern das Selbe. Die Funktion „Farben überdrucken“ öffnet einen Dialog (Abbildung 6), der je nach Modus (Duplex, Triplex…) mehrere Farbfelder und deren Kombinationen zeigt.

Hier besteht die Möglichkeit, die Farben auf einen eventuell vorhandenen Probedruck abzustimmen. Liegt für das anzufertigende Duplex ein Testdruck vor, so können abweichende Farben hier per Klick auf die Farbfelder angepasst werden, um am Monitor verbindlichere Farben zu erhalten. Wichtige Informationen hierzu erhaltet ihr im weiteren Verlauf dieses Workshops.


5. Klassisches Duplex erstellen

Nach der vielen Theorie wollen wir nun ein klassisches Duplex, also Schwarz mit einem mittleren Grau erstellen. Als Ausgang dient uns hier ein Farbbild, welches wir zuerst in Graustufen umwandeln. (siehe Punkt 1: Wandeln in Graustufen). (Abbildung 7) Wir wählen also im Duplex Menü die Farben Schwarz und ein Grau (ob Sonderfarbe oder Prozeßfarbe ist hier unwichtig) und klicken anschließend auf die Gradationskurve der Farbe Schwarz. Wie wir aus dem Fachartikel wissen, soll Schwarz hauptsächlich in den dunklen Bereichen für mehr Tiefe sorgen, in den hellen Bereichen hingegen der helleren Farbe den Vorzug lassen. Entsprechend passen wir die Kurve so an, dass sie in den hellen und mittleren Tonwertbereichen sehr flach läuft und dann in den Tiefen steil ansteigt.
Orientiert euch hierzu an Abbildung 8 .

Nun öffnen wir die Gradationskurve für das Grau und stellen es in etwa gemäß Abbildung 9 ein. In den hellen und mittleren Bereichen heben wir es an, damit der Farbauftrag der helleren Farbe optisch dem dunklen Schwarz näher kommt (dieses fehlt ja in diesen Bereichen fast völlig) und lassen es in den Tiefen dann unterhalb des Schwarz auslaufen. Was die Erstellung des Duplex betrifft, war dies bereits alles. Durch Feinabstimmung der Kurve lassen sich nun gezielt Tonwertbereiche bearbeiten, bis sie den individuellen Vorstellungen entsprechen. (Abbildung 10)


6. Quadruplex: Bunte Bilder und Graustufen

Mit der Option „Quadruplex“ lassen sich wilde Bilder mit knalligen bunten Farbeffekten erstellen. Hierzu wählt ihr euch einfach einige bunte Farben aus und spielt wild an den Gradationskurven herum. Wilde Berg- und Talfahrten sollten beherzt ausprobiert werden. Abbildungen 11 und 12 zeigen die Katze aus unserem vorigen Beispiel mit den zugehörigen Gradationskurven der einzelnen Farben.

Auf der anderen Seite lassen sich auch Graustufenbilder statt in reinem Schwarz-Weiß lebendiger mit Quadruplex gestalten. Wird sowieso als CMYK gedruckt, steht dem nichts im Wege. Für jede Farbe des Quadruplex definieren wir uns eine der vier Prozessfarben über den Farbwähler. Anschließend legen wir das Schwarz wie vom Duplex her gewohnt an und heben zusätzlich den Cyanwert noch etwas höher als Magenta und Gelb. Dies sorgt für ein neutraleres Grau.


7. Hinweise zur Arbeit mit Sonderfarben und Prozeßfarben

Sonderfarben werden dem Druckwerk zusätzlich zu den Prozeßfarben CMYK beigefügt und erlauben somit ausgefallene Farben und vor allem, was für Firmen wichtig ist, konstant gleiche Farbtöne, die nicht, wie bei CMYK von Druck zu Druck aufgrund Temperatur, Mischung, etc. deutlich variieren können. Zudem kann über Farbfächer die Wirkung der Farbe unabhängig der Monitordarstellung genau geplant werden. Wird mit einer oder mehreren Sonderfarben (auch Schmuck- oder Volltonfarben genant) gearbeitet und kann diese mit einer gedruckten Vorlage verglichen werden, wird in der Regel eine Farbabweichung vorliegen.

Um farbverbindlich zu arbeiten, kann die Farbe für die Monitordarstellung angepasst werden. Hierzu gehen wir in den Duplex-Dialog und kopieren uns als erstes den Namen der anzupassenden Farbe per Strg+C in die Zwischenablage. Nun öffnen wir die Farbbibliothek für die Farbe und wählen dann „Farbwähler“ statt der „Farbbibliothek“. Hier wählen wir uns einen Farbton aus, der am besten mit der gedruckten Vorlage übereinstimmt und bestätigen mit OK. Wir wechseln nicht zurück zur Farbbibliothek. Zurück im Duplex-Dialog hat Photoshop den Namen der Sonderfarbe gelöscht. Doch da wir ihn in der Zwischenablage haben, wird er einfach wieder hinein kopiert.

Warum dieser Aufstand mit dem Namen? Für den Druck mit Sonderfarben ist die Darstellung am Monitor unerheblich. Aus diesem Grund konnten wir auch ohne weiteres über den Farbwähler eine passende Farbe suchen. Beim Druck kommt es auf den Namen an. Deshalb gilt es auch sehr darauf zu achten, dass der Name einer definierten Prozessfarbe (Cyan,…) nicht aus Versehen umbenannt wird. Dies würde automatisch zur ungewollten Erstellung einer Sonderfarbe führen.

Bevor eine Datei in der Sonderfarben verwendet wurden in den Druck geht, sollte auf jeden Fall im Layoutprogramm oder in einem exportierten PDF in Acrobat überprüft werden, ob sich ungewollte Sonderfarben eingeschlichen haben, bzw. ob verwendete Sonderfarben sowohl in Photoshop als auch im Layoutprogramm die exakt gleiche Bezeichnung haben.


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Ausgangsmotiv
Abbildung 1
Das Ausgangsmotiv.
Ausgangsdialog
Abbildung 2
Der Ausgangsdialog des Duplex Befehls.
Sonderfarben
Abbildung 3
Die Farbbibliothek der Sonderfarben.
Gradationskurve
Abbildung 4
Gradationskurve einer Seonderfarbe.
Ist-Soll
Abbildung 5
Ist- und Sollwerte.
Farbigkeit
Abbildung 6
Übersicht der Farbigkeit.
Farben überdrucken
Abbildung 7
Anpassung der Farbigkeit der Mischfarben.
Ausgangsdatei
Abbildung 8
Ausgangsdatei für unser klassisches Duplex.
Gradation Schwarz
Abbildung 9
Gradationskurve für Schwarz.
Gradation Grau
Abbildung 10
Gradationskurve für Grau.
Fetiges Duplex
Abbildung 11
Das fertige Duplex.
Quadruplex
Abbildung 12
Die Katze im experimentellen Quadruplex...
Quadruplex Gradationen
Abbildung 13
... und die dazugehörigen Gradationskurven.