Das Konvertieren eines Farbbildes über Bild:Modus:Graustufen bietet selten wirklich überzeugende Ergebnisse, insbesondere bei schwachen Luminanz-Kontrasten verliert das Bild schnell an Qualität. Mit dem Kanalmixer lassen sich äußerst präzise Graustufenumsetzungen machen- allerdings steckt hier auch deutlich mehr Arbeit dahinter! Alternativ könnt ihr die Umsetzung auch über den Lab-Farbmodus erledigen. (siehe entsprechendes Tutorial)
Infos über den Kanalmixer
Ich gehe hier nicht auf den kompletten Umfang des Kanalmixers ein- nur soweit es für dieses Tutorial nötig ist. Grundlegend für die Arbeit mit dem Kanalmixer ist das Verständnis, das jedes Bild aus mehreren Kanälen aufgebaut ist. Für gewöhnlich arbeitet man in Photoshop im RGB Modus - dies sollte auch für den Kanalmixer beibehalten werden, es erleichtert die Arbeit damit ungemein.
Jeder Kanal gibt die Helligkeitsinformationen für die jeweilige Grundfarbe (Rot, Grün, Blau bei RGB) an, kombiniert ergeben sie dann das farbige Bild. Im Kanalmixer können nun die Bildinformationen für die einzelnen Kanäle gezielt gesenkt oder angehoben werden, im Zielkanal (dem bearbeiteten Bild) kommen die eingestellten Änderungen der einzelnen Kanäle dann zur Geltung.
Das Schieben der Regler hat nun folgende Auswirkung auf die Helligkeitswerte der einzelnen Kanäle:
Die Helligkeitswerte in dem jeweiligen Kanal werde mit dem per Regler eingestellten Prozentwert multipliziert. Das heißt, bei 100% ändert sich nichts, bei 50% sinkt die Helligkeit auf die Hälfte und bei 0% fällt der Helligkeitswert auf 0, also Schwarz in diesem Kanal. Das Ganze funktioniert auch mit negativen Werten. Das klingt nun alles ein wenig verwirrend, nach ein paarmal aufmerksam Lesen, sollte es jedoch verständlich werden.
Rechts einige Beispiele, um die Funktionsweise zu verdeutlichen.
Wird ein einzelner Kanal auf einen negativen Wert gezogen, ist das Ergebnis identisch mit dem Wert von 0. Dunkler als Schwarz geht nun einmal nicht.
Sinn machen negative Werte erst, wenn an mehr als einem Regler gezgen wird. Dann werden nämlich die Werte der einzelnen Kanäle addiert. (z.B. R=70%, G=-35%, B= 10%: 70 +(-35) + 10 = 45)
Öffnet man den Kanalmixer-Dialog, so steht der Helligkeitswert für den gewählten Kanal (Drop-Down Menü oben im Dialog) stets auf 100%, also keine Änderung. Je nachdem welchen Kanal man bearbeitet, bewirken die Änderungen an den Schiebereglern nur Änderungen an dieser Grundfarbe. Arbeitet man also z.B. im Rotkanal (Standardeinstellung nach Öffnen des Dialogs) so bewirkt das verschieben jedes Reglers nach rechts, eine Zunahme des Grundfarbtons. Ein ziehen nach Links eine Abnahme des Grundfarbtons. Die neutrale Mitte ist der Ausgangspunkt des Reglers!
Will man lediglich die Helligkeit eines Kanals ändern, so darf man nur den Regler des aktiven Farbkanals verändern. (Im Rot-Kanal also nur den Rot-Regler) Über den Regler Konstante im unteren Bereich des Kanalmixers, lässt sich die Tonwerte aller Kanäle gleichzeitig anheben bzw. senken. So viel zum Kanalmixer, nun geht es endlich an die Graustufenumsetzung!
1. Die Graustufenumsetzung
Nun geht es an die Praxis am Beispiel der Rose. Per Rechtsklick könnt ihr sie euch zum besseren mitarbeiten herunterladen. Als ersten Schritt markieren wir am Fuß des Dialogs die Checkbox "Monochrom". Anschließend geben wir bei jedem der 3 Regler den Wert 33% ein.
Dies hat folgenden Hintergrund:
Die Summe der Regler zusammen sollte 100% ergeben, um ein reines Licht im Bild zu erhalten. Mit den 3 x 33% haben wir eine gute Ausgangsbasis, von der wir aus experimentieren können.
Es gibt es auch andere Ansichten, die das Einhalten der 100% verwerfen und ausschließlcih auf optische Bewertung setzen.
In jedem Fall macht es Sinn, sich vor dem Öffnen des Kanalmixer-Dialogs die einzelnen Kanäle genauer zu betrachten um so herauszufinden, wo die meisten Informatinen gespeichert sind und welche Kanäle entsprechend besonders betont werden sollten.
In unserem Motiv haben wir lediglich die Farbtöne Grün und Rot verteten, den Blaukanal können wir also getrost vernachlässigen. Dies bedeutet, das auf den Rot- und auf den Grün Kanal noch 67% verteilt werden müssen. Senken wir nun z.B. den Rotwert, so muss der Grün-Wert angehoben werden, um wieder auf 67% zu kommen. Fällt der Gesamtwert unter 100%, ist kein reines Weiß mehr im Bild vorhanden, die Lichter werden grau und damit trüb.
Was wir nun am Ende nun noch tun müssen, ist ein wenig experimentieren. Die Helligkeitswerte von Rot und Grün (in unserem Beispiel mit der Rose!) müssen nun gegeneinander verschoben werden, jedoch immer mit der mehrfach erwähnten Summe von 67%. Ds beste Ergebnis bestätigen wir dann mit OK.
2. Moduswechsel
Da Photoshop nicht automatisch in den Graustufenmodus springt, sondern den RGB Modus beibehält, müssen wir dies über Bild:Modus:Graustufen manuell nachholen. Das Ergebnis sollte ein deutlich kontrastreicheres Graustufenbild sein. Zum Vergleich die Version per normalem Moduswechse und die Umsetzung per Kanalmixer in der rechten Spalte.
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- Abbildung 1
Das farbige Ausgangsbild und die Graustufenumsetzung. 
- Abbildung 2
Die Helligkeitswerte der drei Kanäle ergeben zusammen den endgültigen RGB-Farbton. 
- Abbildung 3
Das ursprüngliche Grün und seine Luminanzwerte in den einzelnen Farbkanälen. 
- Abbildung 4
Im Kanalmixer wurde der Rotkanal auf 50% reduziert. Das Ergebnis: Die Luminanz im Rot - Kanal sinkt auf den Weret von 82. (163 x 50% (0,5) = ~82) . 
- Abbildung 5
Diesmal wurde der Regler für den Rotkanal auf 0 gezogen. Die Folge ist, das der Rotkanal mit einem Helligkeitswert von 0 Schwarz wird. (163 x 0% (0) = 0). 
- Abbildung 6
Das Endergebnis anhand des Kanalmixers 
- Abbildung 7
Im Vergleich eine automtisierte Umsetzung per Graustufenmodus.
