Die meisten Photoshop Benutzer verbinden mit den Ebenen-Füllmethoden Begriffe wie "Schlagschatten, Abgeflachte Kante und Relief" etc. Direkt auf der Hauptseite der Ebeneneigenschaften befindet sich jedoch eine gern übersehene, sehr mächtige Funktion kreativen Arbeit mit Ebenen.
1. Vorbereitung eines Szenarios
Um die Funktion zu demonstrieren, die ich hier gerne erklären möchte bauen wir uns ein kleines Szenario, auf dessen Boden etwas projiziert werden soll, ohne jedoch auf dem Boden befindliche Gegenstände zu verdecken. Ihr könnt euch, falls ihr nichts Passendes zur Hand habt das Motiv rechts in größer herunterladen (siehe Arbeitsmaterial). Wir öffnen die Ausgangsdatei und kopieren in diese unsere gewünschte Textur, die wir auf den Boden projizieren wollen. Ich habe hier eine einfache Verlaufsfläche mit dem Photozauber-Logo genommen.
Wie in Abbildung 3 zu sehen, liegen das Foto und die Texturgrafik auf getrennten Ebenen. (Lasst euch von dem kleinen Symbol an der Ebenenminiatur der oberen Ebene nicht irritieren. Dies ist eine neue Funktion von Photoshop CS2, hat jedoch keinen Einfluss auf eure Arbeit mit dem Tutorial!)
2. Verzerren der Textur
Nun müssen wir die Texturebene so verzerren, dass es perspektivisch stimmt. In der Vorlagedatei befinden sich deutlich sichtbare Fugen, welche das Verzerren deutlich erleichtern. Per Strg+T gelangen wir in den "Frei Transformieren" Modus und klicken nun der Reihe nach mit gedrückter Strg-Taste auf die Eckpunkte des Begrenzungsrahmens und ziehen die Punkte so lange zurecht, bis das Ergebnis am Ende passt (Abbildung 4). Die stolzen Besitzer des aktuellen Photoshop CS2, bzw. diejenigen, die sich die Demo-Version herunter geladen haben, sollten sich anstatt des "Frei Transformieren" - Befehls unbedingt an dem neuen Fluchtpunktwerkzeug im Filtermenü versuchen!
3. Füllmethoden ändern
Nun kommen wir zum eigentlichen Teil dieses Tutorials.
Wir wechseln in der Ebenenpalette auf die obere Ebene (Texturebene) und wählen nach einem Rechtsklick auf die Ebene in der Ebenenpalette "Fülloptionen" aus.
In dem erscheinenden Menü befinden sich auf der linken Seite die vermutlich gut bekannten verschiedenen Ebenenstile. Rechts davon auf der Hauptseite befinden sich im unteren Bereich zwei Schieberegler, welche ein wenig an die Tonwertkorrektur erinnern. Tatsächlich kann man eine gewisse Ähnlichkeit nicht absprechen. Auch hier geht es um die Sichtbarkeit von Pixeln eines bestimmten Helligkeitswertes (Abbildung 5). Der obere Regler beeinflusst die aktuell markierte Ebene, der untere Regler die darunter liegende Ebene. Die Funktion der Regler ist in beiden Fällen identisch, nur eben für die jeweils benannte Ebene.
Im Normalfall befindet sich ganz links ein in der Mitte geteiltes schwarzes und ganz rechts ein in der Mitte geteiltes weißes Dreieck. In diesen Randpositionen passiert nichts, die Pixel der Ebene werden so dargestellt, wie man es gewohnt ist. Im Folgenden nun für den Regler "Darunter liegende Ebene": Ändert man die Position der Regler, so beginnt die Ebene unterhalb der aktuell aktiven Ebene (deren Eigenschaften wir gerade bearbeiten) durch die darüber liegende Ebene hindurch sichtbar zu werden.
Verschiebt man nun z.B. den schwarzen Regler nach rechts, so werden alle Helligkeitswerte links der aktuellen Position sichtbar. In Abbildung 6 wären es alle Werte unter 40, sprich Schwarz und sehr dunkle Grautöne. Alle helleren Werte blieben weiterhin von der aktiven Ebene verdeckt. Damit die durchscheinenden Elemente jedoch nicht so abgehackt und pixelig wirken, lässt sich noch ein Toleranzbereich angeben, innerhalb dem die Pixel "halbherzig" durchscheinen und damit insgesamt stimmigere Ergebnisse erzielt werden.
Um diesen Toleranzbereich zu definieren, ziehen wir den rechten Teil des schwarzen Dreiecks mit gedrückter Alt-Taste nach rechts. Das große Dreieck teilt sich in zwei kleine auf (Abbildung 7). Wer bereits nebenbei an unserem Projekt die Regler gezogen hat, wird vermutlich schon gemerkt haben wie es funktioniert. Ihr könnt euch, wenn ihr mit der hier angegebenen Vorlagedatei arbeitet, die Werte aus Abbildung 6 abgucken, oder einfach selber experimentieren. Das Ergebnis: Die Mikrofonständer und das Kabel sind über der eigentlich darüber (!) liegenden Ebene sichtbar, ganz ohne voran gegangener Auswahl und Maskierung.
Zum Abschluss noch zwei Hinweise:
Für die meisten vermutlich bereits klar, in diesem Projekt sollten die dunklen Mikrofon-Ständer sichtbar werden, also haben wir den Regler für die dunklen Töne betätigt. Bei einem hellen (weißen) Objekt, z.B. einer Taube, müssen wir natürlich den rechten, weißen Regler bewegen.
Bei dem Wunsch, von einer Ebene ausschließlich Tonwerte eines mittleren Grautons sichtbar zu mache, hellere und dunklere Töne jedoch weiterhin ausgeblendet zu lassen, muss sich anders behelfen.
Vielen Dank für's zuhören. :)
lg, der BSE!
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Das Photozauber Team dankt für jede Unterstützung Eurerseits.

- Abbildung 1
Das zu erreichende Endergebnis. 
- Abbildung 2
Das Ausgangsmotiv. 
- Abbildung 3
Die Textur liegt auf einer eigenen Ebene. (Das kleine Symbol an der oberen Ebene ist eine neue Funktion in Photoshop CS2, hat jedoch keinen Einfluss auf eure Arbeit mit dem Tutorial!) 
- Abbildung 4
Die Textur wurde zurecht gezupft. 
- Abbildung 5
Erweiterte Füllmethoden. 
- Abbildung 6
Farbbereich markieren... 
- Abbildung 7
...und die Feinabstimmung machen.



