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Düstere Bildatmosphäre

Autor:
Philip Fuchslocher
Schwierigkeit:
mittel
Kenntnisse:
Grundlagen
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Je nach Verwendungszweck mag es vorkommen, dass man eine unheimliche und düstere Bildatmosphäre wünscht. Im Bildarchiv liegt dazu eine vom Motiv betrachtet absolut passende Aufnahme, die aber einfach viel zu freundlich und optimistisch wirkt. Doch wozu gibt es Photoshop…


1. Bild „ankörnen“

Wir öffnen das zu entfremdende Bild, erstellen eine Kopie der Motivebene, die jedoch direkt wieder ausblendet wird und wenden auf das Originalmotiv zuerst den Störungsfilter „Störungen hinzufügen“ an. Der Wert sollte nach Größe und Auflösung variieren. Achtet darauf nicht zu übertreiben. Eine Grobkörnigkeit ist erwünscht, nicht jedoch ein alles zerfressendes Pixeldurcheinander. Über der Motivebene erstellen wir eine Einstellungsebene „Gradationskurve, in der wir die Tiefen verstärken, indem die Kurve am linken unteren Anfasser angepackt und einfach ein wenig nach oben gezogen wird. Die Mitteltöne schieben wir im Anschluss wieder ein wenig nach unten um einen weicheren Übergang zwischen den einzelnen Helligkeitsbereichen zu erhalten. (Abbildung 2)


2. Fleckenstruktur erzeugen

Über der zuvor erstellten Einstellungsebene erstellen wir uns eine neue Ebene, stellen die Vorder- und Hintergrunde auf Standard Schwarz-Weiß (Shortcut „D“) und wenden eine Tonwertkorrektur darauf an, die wir in dem Fall eher „Tonwertzerstörung“ nennen dürfen. Den Regler für die Tiefen ziehen wir ein gutes Stück nach Rechts, den weißen Regler für die Lichter ein Stück nach links, so dass die Wolkenstruktur zerfressen aussieht. Um die Kanten nicht so weich auslaufen zu lassen rücken wir den grauen Regler für die Mitten noch ganz dicht an den Tiefenregler heran. Die genauen Positionen sind ein wenig Spielerei. (Abbildung 3).

Das entstandene Gebilde behandeln wir im Anschluss noch ein- bis zweimal mit dem Weichzeichnungsfilter „Radialer Weichzeichner“, mit den Optionen „Strahlenförmig“, „Qualität „Sehr gut“ und dem höchstmöglichen Wert. (Je nach Größe und Auflösung des Bildes müssen hier auch mehr als zwei Filtervorgänge durchgenommen werden. Per Strg+F lässt sich der zuletzt getätigte Filter schnell reproduzieren.) Der Ebenenmodus dieser Ebene wird abschließend noch auf „Multiplizieren“ gesetzt. (Abbildung 4)


3. Mehr Düsternis

Die in Schritt 1 erstellte Kopie der Motivebene wird wieder sichtbar gemacht und an oberste Stelle in der Ebenenpalette geschoben. Per Strg+Shift+U entziehen wir dieser Ebene jegliche Farbigkeit (wer auf mehr Kontrolle bei der Konvertierung in Graustufen wert legt sollte einen entsprechenden Weg, z.B. über den Kanalmixer, gehen).
Zur besseren Differenzierung von Schatten und Lichtern stellen wir den Modus dieser Graustufenebene auf „Hartes Licht“. Hiermit wird die Gesamtstimmung ebenfalls ein wenig surrealer. Wem die Wirkung zu viel ist, der reduziert die Ebenendeckkraft einfach. (Abbildung 5)


4. Feinschliff

Über der Graustufenebene erstellen wir eine neue leere Ebene und drücken „Strg+Shift+Alt+E“ wodurch wir alle vorhandenen Ebenen gesammelt auf dieser neuen Ebene zusammenführen.

Zur weiteren Stärkung der Kontraste zwischen Hell und Dunkel laden wir eine Auswahl der Luminanz unseres aktuellen Bildes. Dazu wechseln wir in die Kanälepalette und klicken mit gehaltener Strg-Taste auf den RGB Kanal. Weiße Bereiche werden damit voll angewählt, schwarze fallen hinaus. Graustufen werden teilweise einbezogen. Ganz im Sinne einer Ebenenmaske bzw. eins Alphakanals also. Die Auswahl kehren wir über „Auswahl: Umkehren“ ins Gegenteil um, aktivieren die zu Beginn dieses Arbeitsschrittes erstellte Sammelebene und löschen den Inhalt der Auswahl. Dann heben wir die Auswahl auf und invertieren mit „Strg+I“ die Farbinformationen dieser Ebene. Der letzte Schritt hier ist das Setzen des Ebenenmodus auf „Umgekehrt multiplizieren“. (Abbildung 6)

Der allerletzte optionale Streich ist das Erstellen einer neuen Ebene an oberster Stelle auf die wir einen Verlauf von Schwarz ins Transparente aufziehen, um gezielt Bereiche des Bildes weiter abzudunkeln. Per Deckkraftregler steuern wir hier abschließend die Intensität. Abbildung 8 zeigt das Ergebnis dieses Workshops.


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Originalmotiv
Abbildung 1
Das zu freundliche Augangsmotiv
Anpassen der Gradationskurve
Abbildung 2
Anpassen der Gradationskurve
Tonwertkorrektur
Abbildung 3
Flecken erstellen über die Tonwertkorrektur
Zwischenstadium
Abbildung 4
Zwischenstadium nach dem hinzufügen von Störung und Flecken.
Licht-Schattenkontrast
Abbildung 5
Der Licht-Schatten Kontrast wird durch eine Graustufenebene verstärkt.
Luminanzauswahl
Abbildung 6
Erstellen einer Ebene auf Basis der Luminanz im Composite-Kanal.
Das Ergebnis
Abbildung 7
Das fertige überarbeitete Motiv.