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3D mit Illustrator

Autor:
BSE Royal
Schwierigkeit:
mittel
Kenntnisse:
-
Arbeitsmaterial:
download
Artikelbewertung:

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In diesem Tutorial will ich euch aufzeigen, wie ihr mit Illustrator schnell einfache, symetrische plastische Objekte erstellen könnt.
Der Ganze Zauber beruht auf der "Sweep-Funktion", die denjenigen unter euch, die sich bereits ein wenig mit 3D-Grafik beschäftigt haben, bereits ein Begriff sein sollte.


1. Die Ausgangsform

Der erste Schritt bei diesem Workshop besteht darin, einen Längsschnitt unseres geplanten Objektes zu zeichnen. Ihr habt die freie Wahl der Waffen, jedoch bietet sich das Pfadwerkzeug (wie so oft) an. Genaugenommen brauchen wir nur einen halben Längsschnitt.

Stellen wir uns eine Flache vor, die wir einmal vom Hals zum Boden hinunter in der Mitte zerschneiden und diese frontal betrachten. Wir sehen eine symetrische Fläche- Links und Rechts der Mittelachse verläuft die Flaschenkontur identisch. Schneiden wir die Flasche in einem andern Winkel mittig durch, so sehen wir genau das selbe Ergebnis. Man kann also sagen, dass eine von der Mittelachse ausgehende Hälfte einfach um 360° um die Achse gedreht wird, um das komplette Flaschenobjekt zu erhalten.

In Abbildung 1 habe ich versucht, dies ein wenig zu verdeutlichen.
Wir geben Illustrator eine Symetriehälfte der Objektkontur vor und weden anschließend einen Befehl an, der Illustrator dazu veranlasst, ein 3D-Objekt daraus zu erzeugen.

Beim Erstellen des Objekts ist gibt es eine Sache zu beachten: Der Anfangs und Endpunkt sollte auf dem exakt selben X-Wert liegen. In der Abbildung dargestellt durch die gestrichelte Achse, um die das Objekt auch gedreht wird. Sollte es hier zu verschiedenen Werten kommen, erhält man nach dem Rotieren eine Lücke in dem 3D-Objekt. Dies kann unter Umständen in der weiteren Verwendung des Objektes zu Problemen führen.


2. Lassen wir's rotieren

Nachdem die Kontur erstellt ist wählen wir den Effekt 3D:Kreiseln aus dem Effekte-Menü. In Abbildung 2 seht ihr eine Übersicht des erweiterten Menüs (Mehr Optionen).

Am Besten probiert ihr erst einmal ein wenig mit den Werten herum.
Unter Position könnt ihr angeben, in welcher Perspektive euer Objekt berechnet werden soll. Dies geht per numerischer Eingabe, oder indem ihr mit der Maus die Würfelabbildung frei herum zieht.

Der Winkel unter "Kreiseln" gibt an, um wieviel ° ihr die erstellte Kontur kreiseln wollt. Bei einer Flasche machen 360° Sinn, damit es wirklich eien Flasche wird. Bei einem Käselaib fürde z.B. ein Wert von 270° ein bereits herausgeschnittenes Stück simulieren. Die Lichteinstellungen werde ich später etwas genauer behandeln.

Wenn ihr mit euren Einstellungen zufrieden seid, dann bestätigt den Dialog mit OK. (Während der Arbeit könnt ihr auch mit aktivierter Vorschau eure Einstellungen am Originalobjekt begutachten- dies erfordert jedoch ein wenig Rechenleistung. Also nicht wundern, wenn der Rechner auf einmal lahmt. :) ) Das Ergebnis könnte in Etwa wie in Abbildung 3 aussehen.


3. Das Etikett

Damit niemand Essig statt Wein trinkt, bzw. unser Tintenfass für Blaubeerschnaps hält, werden wir unser dieses nun mit einem Etikett versehen. Dieses lässt sich über den bereits verwendeten "Kreiseln-Dialog" bequem "mappen", d.h. perspektivisch korrekt aufkleben.

Bevor es soweit ist, erstellen wir uns jedoch erst ein Etikett. Bastelt euch doch einfach eine kleine einfache Grafik mit passender Beschriftung. Wenn ihr damit fertig seid, dann markiert ihr das Etikett, öffnet die Symbol-Palette und speichert die Grafik als neues Symbol ab. (Dies ist wichtig, denn nur Symbole können später gemappt werden!) Wem das zuviel Arbeit ist, der kann sich auch eine kleine Symbolbibliothek herunterladen. Über Fenster:Symbol-Bibliothek:Andere Bibliotheken könnt ihr die .ai Datei als Symbolbibliothek hinzuladen und verwenden.


4. Texturieren

Nun geht es daran das Etikett auf die Flasche aufzuziehen.
Über die Aussehen-Palette (wenn nicht geöffnet, über Fanster:Aussehen öffnen) begeben wir uns bei markierter Flasche per Doppelklick auf den Kreiseln-Effekt in dessen Einstellungsdialog.

Über den Button "Bildmaterial zuweisen" kommen wir schließlich in den gewünschten Dialog.
Oben Rechts in dem Dialog sehen wir einige Pfeile, mit denen wir die verschiedenen Bereiche der Flasche anwählen können.

Mit dem Kreiseln unterteilt der Illustrator die Grafik in verschiedene Segmente. Wieviele Segmente dies sind, hängt von der Anzahl der gesetzten Ankerpunkte ab. Der jeweils aktive Bereich wird in der Originaldatei rot überlegt. Hier ist Anfangs ein wenig herumprobieren angesagt, welcher Bereich der richtige ist, oftmals scheiden aber viele Optionen aus, da sie, wie in meinem Fall, nur ein ganz schmaler Ring am Ausguß der Flasche darstellen. Der Bauch des Gefäßes sollte recht klar identifizierbar sein.

Sobald wir die richtige Fläche gefunden haben wählen wir in dem Drop-Down Menü "Symbol" unser zuvor erstelltes Etikett, welches daraufhin in der Texturierungsansicht im großen Fenster des aktuellen Dialogs angezeigt wird. (Abb. 4) Der Hellgrau dargestellte Bereich gibt hier die sichtbaren Bereiche an, die Dunkelgraue Fläche die Bereiche, die verdeckt sind (Rückseite).

Per Maus kann das Etiket nun frei verschoben und skaliert werden. Bei aktivierter Vorschau Option sieht man direkt am Originalobjekt, wie sich die Veränderungen auswirken.

Sind wir mir dem Ergebnis zufrieden bestätigen wir den Texturieren-Dialog mit OK. Ein mögliches Ergebnis seht ihr in Abbildung 5.


5. Lichteinstellungen

Zu guter Letzt werden wir das Objekt noch etwas besser ausleuchten.
Wir sollten uns nun im "Kreiseln-Dialog befinden. Falls nicht, dann kehren wir über die Aussehen-Palette wieder dorthin zurück.

Über die rechten Eingabefelder können diverse Lichtparameter eingestellt werden, die alle selbsterklärend sein sollten. Die Angleichungsstufen geben an, wie weich die Schattierung erfolgen soll: Je höher der Wert, desto sauberer das Ergebnis, jedoch werden auch umso mehr Pfade erstellt und der Performancebedarf steigt sehr rasch an.

Unterhalb der Abbildung der Kugel befinden sich 3 kleine Symbole. Von Links nach Rechts:

- Lichtquelle auf die Vorder/Rückseite der Kugel versetzen. Wichtig, wenn man mit Hintergrundbeleuchtung arbeiten will.
- Neues Licht erstellen
- Lichtquelle löschen.

Per Mausklick können die Lichtquelle/n angewählt und frei verschoben werden. Die in den Eingabefeldern getätigten Einstellungen beziehen sich nur auf das aktive Licht. (Abb. 6)
Mit OK bestätigen wir und haben ein fertiges 3D-Objekt.


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Endergebnis
Abbildung 1
Das zu erreichende Ergebnis.
Drehung des Längsschnitts
Abbildung 2
Das Flaschen/Fass-Objekt erhält Illustrator durch die Drehung eines halben Längsschnitts des Endobjekts.
Kreiseln-Dialog
Abbildung 3
Der Kreiseln Dialog.
Gekreiselte Kontur
Abbildung 4
Die gekreiselte Kontur.
Texturieren
Abbildung 5
Texturieren des Fasses.
Aufgezogenes Etikett
Abbildung 6
Das auftexturierte Etikett.
Lichteinstellungen
Abbildung 7
Die Lichteinstellungen.