Frank Thissen, Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Universität Karlsruhe, informiert in der 2003 erschienenen 3. Auflage des Buches „Screen-Design“ aus der Reihe x.media.press des Springer-Verlags über Sachverhalte bei der Arbeit mit dem Medium „Screen“.
Der Untertitel des Buches „Effektiv informieren und kommunizieren mit Multimedia“ weist den Leser direkt auf die Schwerpunkte des Buches hin. Einerseits vermittelt Herr Thissen, wie der Benutzer, im Buch als Persona benannt, effektiv mit wichtigen Informationen konfrontiert wird, auf der anderen Seite wird der Aspekt der Kommunikation, der gerade bei dem konzipieren von Internetseiten eine große Rolle spielt, wenn die Seite in verschiedenen Kulturen zur Geltung kommen soll, ausführlich und schön bebildert abgehandelt.
Das Buch gliedert sich in acht informierende Kapitel auf: Die ersten drei Kapitel geben grundlegende und informierende Hinweise zum Medium „Screen“. So wird hier z.B. auf die Problematik von Text am Monitor eingegangen, benutzerfreundliches Navigieren etc. Die nächsten drei Kapitel widmen sich dem gestalterischen: Wie sollte ein Webauftritt strukturiert sein, wie baue ich gekonnt Interaktion ein, welche Emotionen kann ich gezielt auslösen. Die letzten beiden Kapitel behandeln „Sonderfälle“ des Screendesigns, wie das gestalten für verschiedene Kulturen bzw. barrierefreie, also behindertengerechte Websites etc.
Das Werk vermittelt neben technischem und gestalterischem Wissen auch eine Portion Psychologie, z.B. wie bestimmte Farben auf verschiedene Völker/Kulturen wirken.
Ein Schwachpunkt des Buches ist die starke Bebilderung. Einerseits macht dieser Umstand die zu vermittelnde Information natürlich verständlicher, andererseits reduziert sich dabei der geschriebene Informationsgehalt drastisch. Von den knapp 300 Seiten Information blieben, nach Entnahme der Abbildungen vielleicht noch ca. 50-60 reine Textseiten. Hier hätte ich mir mitunter etwas mehr Tiefgang vorstellen können, wie z.B. in dem Abschnitt, in dem es um den Blicklauf einer Persona beim Betrachten einer Website geht. Eine genauere Definition dieser Kraftlinien, wie sie funktionieren und wie man sie gezielt einsetzen kann wäre z.B. ein Ansatz gewesen.
Fazit
Insgesamt ein sehr gelungenes Werk, das dem Einsteiger/Fortgeschrittenen in der Welt des Screendesigns viele nützliche Tips und Tricks auf den Weg gibt.
Für ein „Kompendium“ halte ich es jedoch informativ zu mager. Hier fehlt mitunter der Tiefgang. Ich bereue den Kauf dieses Buches nicht, doch 45€ sind kein Pappenstil für eine 5-Stunden Lektüre.
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