Das beim Springer Verlag erschienene Buch „4 Farben – 1 Bild aus der erfolgreichen Reihe x.media.press widmet sich der Problematik der korrekten Farbübernahme und Wiedergabe eines Bildes vom Scan über die Monitordarstellung und Bearbeitung bis hin zur Ausgabe als PDF.
Den Einstieg in diese Thematik liefern die ersten Seiten des Buches. Hier wird die Basis der digitalen Bildbearbeitung wie Pixel- und Vektorgrafik, Auflösung oder auch die Grundlagen der heutigen Druckverfahren (Raster, Vierfarbaufbau,…) kurz angesprochen, ohne jedoch den eigentlichen Schwerpunkt des Buches aus den Augen zu verlieren.
Nahtlos gehen die Grundlagen zu den verschiedenen Farbmodi in die komplexe Thematik des Farbmanagements über: Das Zusammenspiel von Papier und Farbe, ISO- und Farbprofile sind beispielhafte Inhalte dieses Bereichs. Positiv hier ist zu erwähnen dass der Autor Mattias Nymann nicht versäumt, eventuelle Fehlerherde anzusprechen und Lösungen zu deren Vermeidung bereitzustellen.
Nach dem ersten eher theoretisch angehauchten Viertel des Buches wird es praktischer. Anhand des Durchlaufs eines kompletten Ein- und Ausgabeprozesses wird der Scanvorgang inklusive technischer Hintergründe erläutert, grundlegende Bild- und Farbkorrekturen in Photoshop aufgegriffen, auf wichtige Elemente der Druckvorbereitung wie das Überfüllen eingegangen und schließlich mit einem umfangreichen Kapitel über die Ausgabe als PDF oder Postscriptdatei abgeschlossen.
Den Abschluss des Buches macht eine Reihe von ausgewählten Praxisbeispielen zu den zuvor behandelten Inhalten, die das Wissen vertiefen.
Als unnötig empfinde ich die sehr knappen Einführungen in diverse Funktionen Photoshops, wie den Zeichenstift. Ebenso wie die „Filtergalerie“, eine knappe und willkürliche Übersicht von Effektspielereien finden sie doch eher Platz in einem Fachbuch zu Photoshop.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende formale Struktur. Fast jede Seite scheint ein eigenständiges Thema zu behandeln, dass mit dicker Überschrift ohne jegliche Hierarchie eröffnet wird. Nur die Farbigkeit der Überschriften variiert, ohne dem Leser jedoch den Sinn dahinter zu offenbaren. Hier gestalterisch mit dem Messer anzusetzen wäre wünschenswert und hilfreich für die Orientierung des Lesers.
Abschließend ist noch ein schwerer Wermutstropfen zu erwähnen:
Die letzte Ausgabe des Buches stammt von 2004. Inzwischen hat sich viel getan im Bereich des Farbmanagements, so dass die hier beschriebenen Inhalte nicht mehr dem heutigen Stand entsprechen. Für jemanden der professionelle Informationen auf dem neuesten Stand sucht ist dieses Buch ganz klar nicht zu empfehlen. Für den Einsteiger und Hobbybastler in diese Thematik bietet sich jedoch ein guter und kompakter Einstieg.
Fazit
Das Buch 4 Farben – 1 Bild bietet eine gute Übersicht und Einführung in die Farbbildbearbeitung. Ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen gibt es dem Einsteiger Orientierung, die andere umfangreichere Publikationen schwer bieten können. Diese sind dafür aber auch aktueller und verbindlicher. Das selbstständige „tieferbohren“ wird auf jeden Fall angeregt und sollte auch unbedingt betrieben werden, wenn man sich im professionellen Umfeld bewegt. Formal darf gerne nachgebessert werden.
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