Making of: The Lightcatcher – Erzeugung künstlicher Beleuchtung mit Photoshop

Tutorials 6. November 2012 – 0 Kommentare

Die Collage „The Lightcatcher“ wurde für einen Workshop vorbereitet, bei dem es um Lichtführung und die Erzeugung künstlicher Beleuchtung mit Photoshop ging. Unterstützt hat mich dabei die bezaubernde Akira Sun (www.akira-sun.com) – vielen Dank dafür! Es muss nicht unbedingt mit den gleichen Details gearbeitet werden, die ich in diesem Beispiel benutze; für so ein Fantasy-Composing könnt ihr auch eigene Elemente verwenden.

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Schritt 1:

Am einfachsten ist natürlich die Freistellung von Personen, die nicht gerade vor einer Tapete mit einem 60-Jahre-Muster stehen, oder vor einem Wald voller Bäume – Studiofotos sind die beste Wahl für alle, die mit einem Portrait ein Bildcomposing produzieren möchten. Die Wahl der Werkzeuge für die genaue Freistellung ist im Grunde jedem Fotografen selbst überlassen, weil es viele Methoden für die Freistellung gibt und jeder Fotograf eigene Techniken hat, mit denen er am sichersten umgehen kann. Versuchen wir in unserem Beispiel, die Werkzeuge Lasso (L) und Extrahieren zu benutzen. Das Lasso nehmen wir für die Freistellung der „harten“ Konturen. Öffnen Sie die Datei mit dem Model und wählen Sie das Lasso-Werkzeug (L). Erstellen Sie eine genaue Auswahl der Konturen, überall, wo es gut erkennbare Grenze zwischen dem Körper und dem Hintergrund gibt. Benutzen Sie dazu eine starke Vergrößerung und die Taste Shift (der Auswahl hinzufügen) bzw. die Alt-Taste (von der Auswahl abziehen). Den Kopfbereich können Sie erstmal grob auswählen. Das alles ist zwar viel Arbeit, aber versuchen Sie, so genau wie möglich zu arbeiten, Sie werden dann Ihre Freude haben, wenn in der Collage alles perfekt sitzt.

 

 

Schritt 2:

Wenn Sie die Freistellung der gut erkennbaren Konturen fertig haben, können Sie die ausgewählte Figur mit Strg+J auf eine neue Ebene legen.

 

Schritt 3:

Wenn Sie die Figur fertig haben, können Sie mit dem Freistellung des Kopfbereiches beginnen – das Freistellen der Haare ist besonders kompliziert, und Sie werden sehen: Bei jeder weiteren Freistellung klappt es immer besser, weil Sie genau wissen, worauf Sie achten sollten. Zum Freistellen des Kopfbereiches verwenden Sie das Extrahieren-Werkzeug. Klicken Sie zuerst aber die Hintergrundebene an und erstellen Sie von dieser Ebene eine Kopie.

 

Schritt 4:

Für diese Ebene wählen Sie jetzt den Befehl Filter>Extrahieren. Der Dialog Extrahieren öffnet sich in einem großen Fenster mit Vorschau. Wählen Sie dort zuerst den Kantenmarker und wählen Sie den Bereich um den Kopf aus, den Sie erhalten möchten. Die Größe des Pinsels sollte so sein, dass die Haare sich innerhalb des grünen Strichs befinden. Der ausgewählte Bereich sollte geschlossen sein (keine Lücken aufweisen), wie auf dem Screenshot.

 

Schritt 5:

Füllen Sie den ausgewählten Bereich mit dem Füllwerkzeug. Klicken Sie auf den Button Vorschau. Die Freistellung kann je nach Dateigröße und Rechnerleistung unterschiedlich lange dauern.

 

Schritt 6:

Nach der ersten Freistellung gibt es noch einige unsaubere Stellen; diese können Sie mit weiteren Werkzeugen im Extrahieren-Fenster bearbeiten. Nehmen Sie zuerst den Kantenverfeinerer. Mit dem können Sie die Bereiche mit den Haaren ziemlich sauber freistellen, und wenn das Bild genug Kontraste aufweist, klappt es gut.

 

Schritt 7:

Die Bereiche, in denen zum Beispiel noch Reste vom Hintergrund zu sehen sind, können Sie noch mit dem Bereinigen-Werkzeug bearbeiten. Das funktioniert so ähnlich wie das Radiergummi-Werkzeug (E) in Photoshop. Sie sollten nur aufpassen, dass Sie nichts von den Haaren „wegschneiden“. Bei Bedarf kann eine kleinere Werkzeugspitze genommen werden.

 

Schritt 8:

Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, können Sie Ihre Eingaben im Extrahieren-Dialog mit OK bestätigen. In der Ebenenpalette erscheint eine Ebene, auf der nur der freigestellte Kopfbereich zu sehen ist.

 

Schritt 9:

Wenn alle Bereiche gut freigestellt sind, können Sie beide Ebenen mit gedrückter Strg-Taste markieren und mit dem Befehl Strg+E auf eine Ebene reduzieren. Speichern Sie das Bild mit dem freigestellten Model im Format PSD.

 

Schritt 10:

Öffnen Sie die Datei Muschel.jpg und stellen Sie die Muschel mit dem Lasso-Werkzeug (L) frei. Mit Strg+J legen Sie das freigestellte Objekt auf die neue Ebene. Speichern Sie die Datei im Format PSD.

 

Schritt 11:

Die Datei Navi.psd habe ich schon als PSD-Datei gespeichert, um Ihnen die Mühe mit der Freistellung zu ersparen. Diese können Sie dann im Bildcomposing gleich einsetzen.

 

Schritt 12:

Nun beginnen wir mit dem Bildcomposing. Erstellen Sie eine neue Datei mit der Größe 750×1000 Pixel. Wählen Sie dazu Datei>Neu und definieren Sie im Dialog die vorgeschlagene Größe.

 

 

Schritt 13:

Öffnen Sie die Datei Hintergrund.jpg und ziehen Sie diese mit dem Verschieben-Werkzeug (V) in die neue Arbeitsfläche. Wenn die Fläche des Hintergrundes für die neue Datei zu groß oder zu klein ist, können Sie die Größe mit Strg+T anpassen.

 

Schritt 14:

Als Nächstes kommt die freigestellte Muschel in die Arbeitsfläche hinein. Die Größe und die Position (Winkel) können Sie auch mit Strg+T (Frei transformieren) bestimmen. Wenn die Position der Muschel ungefähr so ist wie in unserem Screenshot, können Sie Ihre Eingabe mit der Enter-Taste bestätigen.

 

Schritt 15:

Die Farben der Bildelemente, die Sie zur Gestaltung des Hintergrundes benötigen, brauchen Sie nicht, deshalb können Sie die Muschel in Schwarzweiß umwandeln. Dazu können Sie die Befehle Bild>Anpassen>Schwarzweiß, Kanalmixer oder Sättigung verringern verwenden.

 

 

Schritt 16:

Reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene mit der Muschel, damit sie nicht zu dominant wirkt. Die Deckkraft kann im Bereich 30-40% liegen.

 

Schritt 17:

Öffnen Sie die Datei Navi.psd mit dem bereits freigestellten Objekt und ziehen Sie das Objekt ebenso in die Arbeitsfläche. Achten Sie darauf, dass die Ebene mit dem Gerät über der Ebene mit der Muschel liegt. Passen Sie die Größe des Geräts der neuen Arbeitsfläche an mit Strg+T.

 

Schritt 18:

Jetzt kommt eine ganz spannende Aufgabe auf Sie zu: Betätigen Sie noch mal die Tasten Strg+Z und wählen Sie dann die Option Verkrümmen. Sie können der Ebene jetzt jede beliebige Form verleihen. Wenn Sie diesen Befehl mehrfach auf die Ebene anwenden, kann das Objekt der Ebene so verfremdet werden, dass es nichts mehr mit dem Original zu tun hat – das wollen wir auch so haben. Übrigens, die Ebene mit der Muschel können Sie auch auf diese Art verfremden – im Originalbild wurde das auch gemacht.

 

Schritt 19:

Wandeln Sie die Ebene mit dem verfremdeten Navi auch in Schwarzweiß um und reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf ca. 40-50%. Wenn Sie wollen, können Sie die Ebene mit dem Navi duplizieren, wieder verkrümmen und die Deckkraft noch ein wenig reduzieren; dann haben Sie eine ziemlich originelle Konstruktion des Hintergrundes.

 

Schritt 20:

Erstellen Sie in der Ebenenpalette eine neue, leere Ebene. Diese sollte über allen Ebenen liegen, die Sie bereits erstellt haben. Wählen Sie jetzt das Pinsel-Werkzeug (B) mit weicher Werkzeugspitze und ca. 30% Deckkraft und bemalen Sie die Fläche über der Muschel links, sodass sie heller wirkt.

 

Schritt 21:

Erzeugen Sie in der Ebenenpalette noch eine neue Ebene, in der Sie jetzt die Strahlen zeichnen. Sehr wichtig ist Folgendes: Jeder Lichtstrahl sollte auf einer Ebene liegen. Ich werde hier aber nur zeigen, wie die erste Ebene mit dem Strahl erzeugt wird; alle anderen (das können sehr viele sein), werden analog zu der ersten Ebene gemacht. Wählen Sie das Polygon-Lasso-Werkzeug (L) und definieren Sie gleich eine weiche Kante von ca. 15-20 Pixel; damit bekommen Sie realistisch wirkende Strahlen. Die Form für einen Lichtstrahl kann ungefähr so aussehen wie auf unserem Screenshot.

 

Schritt 22:

Die mit dem Polygon-Lasso (L) erzeugte Form kann mit weißer Farbe gefüllt werden. Benutzen Sie dazu den Befehl Bearbeiten>Fläche füllen. Wählen Sie dann im Dialog die Farbe Weiß. Nach dem Füllen der Fläche können Sie die Auswahl mit Strg+D aufheben – der erste Lichtstrahl ist fertig. Reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene, damit der Strahl transparent wird. Sie können mehrere Ebenen mit den Strahlen erstellen; wichtig ist, dass diese von der Richtung und Intensität zueinanderpassen und alle zusammen natürlich und ästhetisch wirken. Die Ebenen mit den Strahlen wirken dann besonders gut, wenn einige hinter dem Model und einige (eher wenige und mit geringer Ebenendeckkraft) vor dem Model positioniert sind.

 

Schritt 23:

Erstellen Sie über allen Ebenen eine neue Einstellungsebene Farbbalance und färben Sie alle Elemente des Hintergrundes in der Farbe Ihrer Wahl (z.B. Rot).

 

Schritt 24:

Nachdem Sie die Farbe der „Kulisse“ ausgewählt haben, können Sie das Model in diese Kulisse integrieren. Öffnen Sie das Bild mit dem freigestellten Model und bewegen Sie die Ebene mit der freigestellten Figur mit dem Verschieben-Werkzeug (V) in die Arbeitsfläche der Bildkomposition. Bei Bedarf können Sie die Größe der Figur mit Strg+T an die Größe der Arbeitsfläche anpassen. Es ist fast immer so, dass die Helligkeit und Farbtönung des Models nicht zu der neuen Umgebung passt. Diese können Sie schnell und effektiv mit Bild>Anpassen>Gradationskurven oder Tonwertkorrektur und die Farbe mit Bild>Anpassen>Farbbalance optimieren. Natürlich geht das auch mithilfe von Einstellungsebenen. Die bessere Lichtwirkung auf dem Körper des Models erreichen Sie, wenn Sie die vom Licht abgewandte Seite mit dem Nachbelichter-Werkzeug bearbeiten, somit erreichen Sie eine bessere plastische Wirkung.

 

Schritt 25:

Die Tiefenwirkung für die gesamte Komposition erreichen Sie, indem Sie die Ränder des Bildes abdunkeln. Erstellen Sie wieder eine neue leere Ebene und bemalen Sie die Bildränder mit dem Pinsel-Werkzeug (B) mit einer großen Werkzeugspitze mit schwarzer Farbe. Nehmen Sie eine geringe Deckkraft. Diese Technik kennen Sie bereits aus der Collage „Bitte legen Sie nicht auf“.

 

Die beschriebenen Techniken wurden im Bild „The Lightcatcher“ viel öfter verwendet, um feine Details besser bearbeiten zu können. Das fertige Bild kam auf über 30 Ebenen (allein für die Lichtstrahlen wurden 10 Ebenen eingesetzt). Dieses Tutorial zeigt den Workflow in „konzentrierter“ Form. Jeder Fotograf hat bei der einen oder anderen Aufgabe vielleicht eine andere Technik – das ist ganz normal. Photoshop ist ein sehr umfangreiches Programm, und um das Ziel zu erreichen, gibt es viele verschiedene Wege, die unterschiedlich lang sind. Wichtig ist, dass Sie am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sind. Viel Erfolg!

Autor: Pavel Kaplun

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