Making of: Bitte legen Sie nicht auf!

Tutorials 6. November 2012 – 0 Kommentare

Jeder von euch war bestimmt schon mal auf die Hilfe von Hotlines angewiesen. Man ruft an, in der Hoffnung, schnelle und kompetente Hilfe zu bekommen. Nicht selten hängt man aber stundenlang in der Warteschleife und hört sich das Gedudel „Bitte legen Sie nicht auf …“ an. Die Situation ist zum Verzweifeln, aber sie hat mich dazu inspiriert, diese Collage zu machen. In den nächsten Schritten wird erklärt, wie aus einzelnen Elementen so ein Bild konstruiert wird.

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Schritt 1:

Beginnen wir mit dem Freistellen der Objekte. Zuerst das Skelett von einem kreischenden Vogel, den ich irgendwo in Spanien aufgenommen habe. Wählen Sie das Lasso-Werkzeug (L) und erstellen Sie zuerst eine grobe Auswahl des Skeletts. Anders wird es auch nicht gehen, weil es zu viele Details gibt.

 

Schritt 2:

Vergrößern Sie die Ansicht des Bildes auf 300-400% – das hilft Ihnen, die feinen Details besser zu bearbeiten. Mit den Lasso-Werkzeug-Optionen Der Auswahl hinzufügen und Von der Auswahl abziehen können Sie jedes Teil des Skeletts genau freistellen. Klar, das ist sehr viel Arbeit, aber jeder Photoshop-Nutzer weiß: In Photoshop gibt’s nichts umsonst.

 

Schritt 3:

Nachdem die Auswahl so aussieht wie auf unserem Screenshot, können Sie Folgendes machen. Wählen Sie Auswahl>Weiche Auswahlkante (Strg+Alt+D) und definieren Sie im Dialog die weiche Kante mit 0,5 bis 1 Pixel. Damit vermeiden Sie, dass das freigestellte Objekt „ausgeschnitten“ aussieht. Danach können Sie das freigestellte Skelett auf eine neue Ebene legen. Benutzen Sie dazu Ebene>Neu>Ebene durch Kopie oder Strg+J.

 

Schritt 4:

Auf die gleiche Art können Sie auch das Telefon, den Ventilator und die Wanze freistellen. Klar, diese Fleißarbeit braucht viel Zeit, aber Sie können mit einem Grafik-Tablett etwas schneller als mit der Maus zum Ziel kommen; beim Freistellen ist das Tablett besonders zu empfehlen. Freigestellte Dateien speichern Sie im Format PSD, damit die Ebenen erhalten bleiben. Format TIFF geht auch, Ebenen werden auch hier unterstützt. Für diejenigen, die sich mit dem Freistellen nicht quälen wollen und gleich mit dem Composing beginnen möchten, stehen freigestellte Dateien zum Download zur Verfügung.

 

Schritt 5:

Beginnen wir mit dem Bau der Kulisse. Wählen Sie Datei>Neu. Im Dialog definieren Sie die Auflösung 72 Pixel/Zoll und die Größe 1000×1000 Pixel. Hintergrundfarbe Weiß. Bestätigen Sie mit OK.

 

Schritt 6:

Öffnen Sie das Bild Struktur01.jpg und ziehen Sie mit dem Verschieben-Werkzeug (V) das Bild in die neu erstellte Arbeitsfläche.

 

Schritt 7:

Das Bild befindet sich in der neuen Arbeitsfläche und kann jetzt bearbeitet werden. Wählen Sie Bearbeiten>Frei transformieren. Ziehen Sie an dem mittleren oberen Anfasser nach unten, sodass das Bild zusammengedrückt wird.

 

Schritt 8:

Da Sie aus einer Strukturfläche einen perspektivisch wirkenden Fußboden kreieren möchten, können Sie Folgendes machen. Wählen Sie Bearbeiten>Transformieren>Verzerren. Ziehen Sie an dem rechten oberen Anfasser nach links, sodass eine Seite im Winkel von ca. 45° verläuft. Wenn Sie mit der Transformation zufrieden sind, bestätigen Sie Ihre Eingaben mit der Enter-Taste.

 

Schritt 9:

Das betrifft jetzt nicht nur diese Ebene. Wenn Sie die Ebenen entsprechend benennen, haben Sie eine bessere Übersicht und finden sich in der Ebenenpalette schneller zurecht. Bei komplizierten Collagen kommt es schnell zu 30-40 Ebenen.

 

Schritt 10:

Wenn Sie auf dem Fußboden einige Flecken oder andere Elemente entdecken, die nicht zur Gestaltung passen, können Sie diese mit Hilfe des Stempel-Werkzeugs (S) entfernen. Mit gedrückter Alt-Taste nehmen Sie die Pixel auf, dann lassen Sie die Alt-Taste los und übertragen diese auf die Stelle mit den Flecken.

 

Schritt 11:

Öffnen Sie das Bild Struktur02.jpg und ziehen Sie dieses mit dem Verschieben-Werkzeug (V) in die Arbeitsfläche der Collage.

 

Schritt 12:

Nachdem Sie die Ebene in Wand-Rechts umbenannt haben, positionieren Sie die Ebenen in der Ebenenpalette um. Die Wand-Ebene sollte hinter der Fußboden-Ebene liegen. Transformieren Sie die Ebene mit der Wand zuerst mit Bearbeiten>Frei transformieren und dann mit Bearbeiten>Transformieren>Verzerren, so wie auf dem Screenshot mit den Pfeilen angezeigt.

 

Schritt 13:

Öffnen Sie das Bild Struktur03.jpg und ziehen Sie dieses Bild auch in die Arbeitsfläche der Collage. Achten Sie darauf, dass die Ebene mit der Struktur03.jpg unter den Ebenen mit dem Fußboden und der Wand rechts liegt. Richten Sie die Fläche der Struktur03 an der linken und oberen Kante der Arbeitsfläche aus. Die Konstruktion des Raumes ist somit fertig.

 

 

Schritt 14:

Damit der Raum realistischer wirkt, sollten die Stellen, wo der Fußboden auf die Wände trifft, etwas abgedunkelt werden. Damit die Abdunklung auf alle Ebenen wirkt, machen Sie Folgendes: Erstellen Sie über allen Ebenen in der Ebenenpalette eine neue leere Ebene. Auf dieser wird die Abdunklung der Ecken aufgetragen.

 

Schritt 15:

Wählen Sie das Pinsel-Werkzeug (B) mit passender Größe, weicher Kante und geringer Deckkraft, ca. 30-40%, und bearbeiten Sie die Ecken so, wie das auf dem Screenshot gezeigt ist. Es sollte der Eindruck entstehen, dass die Ecken etwas dunkler sind als die restlichen Flächen. Eventuell sollte diese Prozedur wiederholt werden, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist.

 

Schritt 16:

Auf gleiche Art können Sie auch die Randabdunklung machen – eine sogenannte künstliche Vignette. Erstellen Sie dazu in der Ebenenpalette eine neue leere Ebene und bearbeiten Sie die Ränder des Bildes mit einem großen weichen Pinsel, mit schwarzer oder dunkelbrauner Farbe, diesmal mit etwas weniger Deckkraft. Die Kulisse für die neue Bildkomposition ist so weit fertig.

 

Schritt 17:

Öffnen Sie das Bild mit dem Telefon, welches Sie vorher in mühsamer Arbeit freigestellt haben, oder die PSD-Datei, die zum Download zur Verfügung steht. Klicken Sie die Ebene mit dem freigestellten Telefon an und ziehen Sie diese mit dem Verschieben-Werkzeug (V) in die Arbeitsfläche der Bildkomposition.

 

Schritt 18:

Da die Größe des freigestellten Telefons nicht zu den Größenverhältnissen in der neuen Arbeitsfläche passt, skalieren Sie das Telefon mit Strg+T und gedrückter Umschalt-Taste.

 

Schritt 19:

Die Beleuchtung des Telefons sollte an die neue Umgebung angepasst werden. Wählen Sie Bild>Anpassen>Tonwertkorrektur. Durch das Verschieben des schwarzen und grauen Reglers nach rechts im Bereich Tonwertspreizung erreichen Sie, dass das Telefon etwas dunkler wird.  Mit dem Reduzieren des Tonwertumfangs verringern Sie den Kontrast des Objekts und die Farbe wird gedämpft.

 

Schritt 20:

Das Telefon kann jetzt an den Rändern abgedunkelt werden. Das können Sie mit dem Nachbelichter-Werkzeug (O) machen. Wählen Sie zum Nachbelichten einen Belichtungswert von ca. 20-30%. Die Werkzeugspitze sollte weiche Kanten haben.

 

Schritt 21:

Öffnen Sie die Datei mit dem freigestellten Vogelskelett. Verschieben Sie die Ebene mit dem freigestellten Objekt in die Arbeitsfläche der Collage. Achten Sie darauf, dass die Ebene mit dem Skelett vor der Ebene mit dem Telefon liegt. Bei Bedarf kann das Skelett an die Größe des Telefons mit Strg+T angepasst werden.

 

Schritt 22:

Wählen Sie wieder Bild>Anpassen>Tonwertkorrektur. Hellen Sie die Mitteltöne leicht auf, dunkeln die Tiefen etwas ab und reduzieren Sie auch hier den Tonwertumfang.

 

Schritt 23:

Fügen Sie nun die Ebene mit dem freigestellten Ventilator in die Komposition ein. Passen Sie die Größe des Ventilators mit Strg+T an. Das Kabel bei dem freigestellten Ventilator passt nicht ganz optimal zu der Komposition. Sie können es mit dem Lasso-Werkzeug (L) auswählen, mit Strg+X ausschneiden und mit Strg+V einfügen.

 

Schritt 24:

Das eingefügte Kabel finden Sie auf der neuen Ebene, die sich über der Ebene mit dem Ventilator befindet. Mit Bearbeiten>Transformieren>Horizontal spiegeln können Sie die Position des Kabels anpassen. Bei Bedarf kann diese Ebene skaliert werden, sodass der Stecker aus der Arbeitsfläche verschwindet. Die Ebenen mit dem Kabel und Ventilator können Sie danach auf eine Ebene reduzieren.

 

Schritt 25:

Die Korrektur der Beleuchtung des Ventilators erfolgt wie bei den anderen Ebenen über eine Tonwertkorrektur. Selbstverständlich können Sie die Tonwertkorrekturen bei allen Ebenen auch mithilfe von Einstellungsebenen machen.

 

Schritt 26:

Die Bildelemente sind jetzt alle in der Arbeitsfläche drin. Beginnen Sie mit dem Generieren der künstlichen Schatten. Erstellen Sie unter der Ebene mit dem Telefon eine neue leere Ebene. Benennen Sie diese z.B. Schattierungen.

 

Schritt 27:

Die Schatten können Sie auf unterschiedliche Art gestalten. Eine der Möglichkeiten – mit dem Pinsel-Werkzeug (B). Benutzen Sie dazu Werkzeugspitzen mit weichen Kanten und sehr wenig Deckkraft, ca. 15-20%. Nehmen Sie zuerst größere Pinselspitzen für weichere Schatten und dann kleinere für die Schattierungen unter den Objekten der Bildkomposition. Am Anfang ist die Nachbildung der Schatten sehr problematisch, deshalb wird empfohlen, für jedes Objekt eine Extra-Ebene anzulegen, um eventuelle Korrekturen besser durchführen zu können. Mit mehr Erfahrung können Sie weniger Ebenen benutzen.

 

Schritt 28:

Wenn Sie mit der Gestaltung fertig sind, können Sie die allgemeine Tönung des Bildes verändern – in unserem Beispiel ist eine rot-braune Färbung sehr interessant. Wählen Sie dazu eine Einstellungsebene Farbbalance, die über alle Ebenen in der Ebenenpalette liegen soll.

 

Einzelne Korrekturen an den jeweiligen Ebenen sind auch nach dem Zusammensetzen der Bildkomposition erforderlich. Wenn die Farben und Tonwerte harmonisch angepasst sind, die Schattenführung korrekt ist, kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Autor: Pavel Kaplun

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